Corona-Krise, Klima-Krise, Wirtschaftskrise, Bildungsmisere, Pflegenotstand …
Krisen über Krisen.

Das Weltwirtschaftssystem versagt.
Es ist nicht mehr getan, an das „Mehr, Besser, Höher, Schöner“ zu appellieren und zu hoffen, dass es eintritt.
Das Auge nur darauf zu legen, mehr zu konsumieren, mehr zu haben, um den Reichtum zu mehren, um die Wirtschaft am Laufen zu halten, hat sich nicht erst jetzt ad absurdum geführt.

Das ungezügelte Spaßhaben und das Horten von Bequemlichkeiten und Wohlstand hat zu so einer menschenverachtenden Sichtweise geführt, wie der amerikanische Präsident es im Verlauf der Corona-Krise in aller Deutlichkeit formuliert hat : „Wir kaufen das Patent an das Heilmittel von Corona, um Amerika und sonst niemanden damit zu versorgen.“.

Der pure Egoismus, der nur sich sieht und andere sterben lässt.

Für Unternehmen zählt nur noch der Profit.
Wer ihn vermeintlich nicht so nährt, wie man es sich vorstellt, wird nicht mehr benötigt und fliegt. Er darf nicht mehr am Tisch sitzen und kann sehen, wo er etwas zu essen herbekommt.

Weil die daraus resultierende steigende Arbeitslosigkeit kaum noch zu bewältigen und zu finanzieren ist, lässt man sich sogenannte „HartzArbeitsmarkt-Reformen“ einfallen, um die Betroffenen nochmals zu bestrafen, zu drangsalieren und zu sanktionieren und mit Existenzminimum dazu zu bringen, irgendwie über die Runden zu kommen.
Die Kernaussage, dass es nicht sein könne, dass Arbeitslose mehr bekämen als Sozialhilfeempfänger und die Einführung des sogenannten „Arbeitslosengelds 2“, das genauso wenig ist wie Sozialhilfe, zeigt den wahren Charakter der Unmenschlichkeit.

Nicht nur der Sektor Arbeit wurde kaputtgemacht, sondern der Gesundheitssektor ebenso.
Es geht schon lange nicht mehr darum, ob Kranke genesen.
Aufgrund sogenannter „Diagnose bezogener Fallgruppen“ (DBF oder DRG) werden Zeitspanne und Kosten einer Krankheit ermittelt und diese dann statistisch aufbereitet.

In der häuslichen Pflege bekommt eine Pflegekraft fünf Minuten, um einer alten und gebrechlichen Person Tabletten zu geben. Da diese „Leistung“ nur minderbezahlt wird, kann sich aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr richtig um diese Person gekümmert werden.

In Notaufnahmen von Krankenhäusern gibt es eine Fallpauschale für Notfälle, die momentan bei ca. 20 Euro liegt.
In dieser Pauschale sind die ärztliche Begutachtung des Patienten, Blutbild, die Behandlung und vieles mehr schon enthalten. Röntgen übrigens auch! Wenn jemand tomografiert werden muss, kann man dies – aber nur dies – einzeln abrechnen, teilweise, wenn man die Person stationär aufnimmt.

Wenn jemand wegen einer Blinddarmoperation im Krankenhaus verweilt, wird festgelegt, dass statistisch gesehen so etwas eine bestimmte Zeit dauern darf. So wird ermittelt, wie viel Geld ein Krankenhaus dafür bekommt.

Die Wirtschaft verdient, der Staat verliert, der Mensch leidet.

Die fetten Jahre sind schon lange vorbei, doch so gut wie niemand will es sehen.
Ludwig Erhards „Maßhalten“ ist angesagt, nicht das weitere Ausarten des Konsums.

Was hat der ganze Konsumzwang gebracht?

Nichts!

Die Werbung tut ihr Übriges dazu, uns immer wieder daran zu erinnern, dass wir zu wenig kaufen.
Das neueste Handy muss her, das modernste Auto ist da und will in die Garagen.

Wenn die Unternehmen nicht so viel verdienen, wie sie sich vorgestellt haben, hagelt es Kündigungen.
„Tja, Leute, wir müssen die Produktion herunterfahren, weil nicht genug verkauft wurde. Dazu ist es notwendig, Entlassungen auszusprechen.“
Diejenigen, die dafür gesorgt haben, dass das Unternehmen vorher viel verdient hat, werden dafür bestraft, dass die Firmenführung im Größenwahn Wünsche formuliert hat, die sich nicht erfüllt haben.

Nicht die Beschäftigten sind schuld, sondern die Chefs.

Firmen streichen über Jahre horrende Gewinne ein. Irgendwann beginnt die Sättigung des Marktes und die Gewinne stagnieren oder sind rückläufig.

Das anderes Beispiel, allerdings für Börsen-Irrsinn ist „Spotify“.

Spotify ist – einfach ausgedrückt – eine Plattform, über die man per App Musik hören kann. Man nennt es auch „Streaming-Plattform“.
Spotify hat noch nie Gewinne gemacht, sondern hat jedes Jahr mit Defiziten in Milliardenhöhe abgeschlossen.
Jeder Nutzer, den Spotify gewinnt, zieht die Defizite noch mehr in die Tiefe.
An der Börse ist Spotify über einen Direktplatz eingezogen, das heißt, die Aktienhöhe richtet sich nach Interesse.
Spotify wird an der Börse sehr hoch bewerte, denn die „Analysten“ sehen in Spotify Potenzial, alleine schon deswegen, weil immer mehr Nutzer diese Plattform benutzen.

Börsenwerte verlieren durch solche Prognosen ihre Wahrhaftigkeit, weil nicht mehr interessiert, ob Gewinne gemacht werden. Man kauft und verkauft Aktien und streicht Gewinne dadurch ein, obwohl die Firma nur Minus macht.

Kurzum: Wir leben in einer Welt, in der nur Profit zählt.

Es wird wohl niemanden wundern, woher Hamsterkäufe in Zeiten der Corona-Krise kommen.
Es zählt nur, dass jeder für sich einen Vorteil ergattert.
Wer es sich finanziell leisten kann, deckt sich – wofür auch immer – ein.

Aus Prestige-Gründen heraus!

Es lässt sich alles auf eins herunter rechen.

Egoismus, oftmals getarnt als „individuelle Freiheit“.

Diese Hamsterkäufe ziehen aber Wellen hinter sich her. Der Normalbürger beginnt irgendwann auch damit, sich mit Lebensmitteln und anderem einzudecken. Damit beginnt eine unkontrollierbar Dynamik.

Von nun ist selbstkritisches Nachdenken und Solidarität angesagt!

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