Ausgehend von den Koalitionsverhandlungen, angestoßen von der FDPFDP Freie Demokratische Partei und den Grünen, zeichnet sich ab, dass die nächste deutsche Regierung aus einer Ampel-KoalitionAmpel-Koalition Ein Regierungsbündnis zwischen der SPD, FDP und den Grünen. Die Ampelfarben ergeben sich aus den Farben der Symbole der Parteien (SPD – rot, FDP – gelb, Grüne – grün). bestehen wird. Armin Laschet meint zwar, er wäre noch im Rennen, doch die Zeichen für eine Jamaika-KoalitionJamaika-Koalition Ein Regierungsbündnis zwischen der CDU, FDP und den Grünen. Die Farben der jamaikanischen Flagge (schwarz-gelb-grün) ergeben sich aus den Farben der Symbole der Parteien (CDU – schwarz, FDP – gelb, Grüne – grün). verblassen.

In den Reihen der CDUCDU Christlich Demokratische Union rumort es gewaltig.
Die CDU hat knapp acht Prozent der Wählerstimmen verloren. Dazu kommt auch noch, dass dies das schlechteste Ergebnis der CDU seit dem Bestehen der Bundesrepublik ist.

Armin Laschet ist geschasst und angeschlagen.

Parteifreunde wie Jens Spahn, der genauso wie Markus Söder (CSUCSU Christlich Soziale Union) Armin Laschet unterstützt hatten, ziehen sich zurück. Ein paar machen sich nicht nur rar, sondern hüllen sich auch noch in Schweigen.
Anderer üben allerdings offen mehr oder wenige harsche Kritik.
Markus Söder spricht seit dem Wahldebakel kleinlaut und unterschwellig davon, dass die CDU, wenn überhaupt, nur die zweite Geige als regierungsbildende Partei spielen könne.

Königsmacher werden so zu Königsmördern.

Die Aussagen der Vertreter von Grünen und der FDP zeigen, dass diese lieber mit der SPDSPD Sozial Demokratische Partei koalieren möchten als mit einer CDU, die nicht erst jetzt ihre Orientierung verloren hat.
Das lastet noch mehr auf Armin Laschet.

Ellen Demuth, die ihren CDU-Kollegen Laschet als Kanzlerkandidaten unterstützt hatte, sagte schon am Montagmorgen nach der Bundestagswahl, dass er das schlechte Abschneiden verursachte habe und zurücktreten solle.
Aber nicht nur sie, sondern auch viele andere Parteikollegen fordern dies.
In die parteiinternen Kritiker reiht sich auch Norbert Röttgen ein, der die Wahl zum Parteivorsitzenden der CDU gegen Laschet verloren hatte.
Intrigen hört man trapsen.

Vielen Wählern mag negativ aufgestoßen sein, dass Armin Laschet seinen Posten als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens im Vorfeld der Bundestagswahl nicht abgegeben hatte.
Man unterstellte ihm, er nähme es nicht ernst und sei nicht davon überzeugt, dass er gewinne.

In seiner Heimatregion Aachen spielt noch eine Sache hinein, die schon einige Zeit zurückliegt, aber von den Aachenern nicht vergessen wurde. 

An der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule hatte Laschet im Jahr 2014 das Seminarreihe „Die Europapolitik in der Berliner Republik“ gehalten.
Nachdem ihm die Original-Klausuren der Studenten verloren gegangen waren, stellte er Noten nach Gutdünken und Intuition aus.
Dies war aufgefallen, da manche keine Noten bekamen und Personen, die nicht mitgeschrieben hatten, obwohl sie für das Seminar eingeschrieben waren, welche bekamen.
Daraufhin wurde sein Lehrauftrag am RWTH annulliert.

Armin Laschet wirkt und wirkte stets etwas seltsam, was ihn auch den hämischen Beinamen „Clown von Aachen“ einbrachte.

Er schaffte es nicht, in die (übergroßen) Fußstapfen von Angela Merkel zu treten.

In Diskussionen und Interviews gab er sich eher kommunikationsarm und abweisend als aufgeschlossen, was ein Interview im ZDF mit dem Journalisten Theo Koll zeigte. 

Es ist abzusehen, dass, ausgehend von den Wählerstimmen sowie den Sondierungsgesprächen, eine Ampel-Koalition unter Olaf Scholz als Bundeskanzler zustandekommen wird.

Armin Laschet hält sich an längst schon verdorrten Grashalmen fest, die kaum noch Halt bieten.

Die Frage ist, wer ihm sagt, dass er abtreten soll.

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