Gestern spielten sich unglaubliche Szenen im amerikanischen Capitol ab. Aufgebrachte Anhänger des scheidenden Präsidenten Trump meinten, sie dürften das Capitol stürmen, um durchsetzen zu wollen, dass dieser im Amt bleiben darf. 

Während der Querelen starben leider vier der Demonstranten.

Das ganze Problem ist, dass die USA bedingt durch die permanente populistische Hetze von Donald Trump tief politisch gespalten sind.
Zudem kommt noch, dass er nicht verlieren kann und seine Fans und Anhänger aufhetzt, seinen Schwachsinn zu glauben, es habe massive Wahlfälschungen gegeben.
Keine dieser Behauptungen Trumps ist belegt, doch die aufgeputschten Anhänger glauben „ihrem Präsidenten“.
So ist dem auch geschuldet, dass diese aufgebrachte Personen es für völlig legitim halten, das Capitol zu stürmen, um zu verhindern, dass der Kongress Joe Bidens baldige Präsidentschaft proklamiert und zertifiziert.

Dass Donald Trump nicht wirklich ernstzunehmen war, wusste man ja eigentlich immer. Keiner hat allerdings etwas dagegen unternommen.

Trump hat die Stürmung mitverschuldet, da er aus seinem Narzissmus heraus nicht zugeben wollte, die Präsidentschaftswahl verloren zu haben.

Durch die unterschwellige Hetze, die er immer gegen bestimmte Gruppen betrieb, ist die Lage eskaliert.

In den Tumulten und um diese herum gab es leider vier Todesopfer, wovon eine Frau angeschossen wurde und die drei anderen „medizinische Notfälle“ gewesen sein sollen.

Erst Stunden später nahm der Kongress seine Beratungen demonstrativ wieder auf, um Trumps Niederlage bei der Wahl endgültig zu besiegeln.

Joe Biden meinte dazu: „Das Capitol zu stürmen, Fenster einzuschlagen, Büros zu besetzen, den Senat der Vereinigten Staaten zu besetzen, sich durch die Schreibtische des Repräsentantenhauses im Capitol zu wühlen und die Sicherheit ordnungsgemäß gewählter Beamter zu bedrohen, ist kein Protest. Das ist Aufruhr.“

Andere Kongress‑ und Senatsmitglieder sprachen von inländischen Terroristen.

Trump veröffentlichte larifari eine Proforma-Videobotschaft,  indem er seine Fans aufrief, nach Hause zugehen. Dies kann man keinesfalls als Reue auffassen, denn kurz vorher hetzte er sie noch auf, zum Senat zu gehen und die Zertifizierung seiner Abwahl zu verhindern.

Trump darf sich den Schuh der vier Todesopfer anziehen.

Er wird jegliche Schuld von sich weisen, doch diese lastet schwer auf ihn.

Nachtrag, 7.1.2021:
Noch-Präsident Trump sicherte laut seines Sprechers zu, die Übergabe an Biden werde „ordentlich“ verlaufen. Trotz alledem schob er noch hinterher, dass er mit der Wahl nicht einherginge und die „Fakten“ ihm recht gäben und er nicht aufhören werde, die Wahl anzuzweifeln.
Dieser Mann ist nicht belehrbar.

Nachtrag 8.1.2021:
Noch-Präsident Trump hat die Randale verurteilt und sprach davon, es müsse sich versöhnt werden und es sei Zeit der Heilung.
Etwas später sprach der wieder davon, dass er am Wahlergebnis zweifle.
Er will an der Vereidigung Bidens nicht teilnehmen, was wieder für seinen Narzissmus spricht.

Nachtrag 9.1.2021:
Der Micro-Feed-Netzwerk Twitter hat Donald Trumps Konto dauerhaft gesperrt mit der Begründung, dass er zu Gewalt aufgestachelt habe.
Ebenso wurde das Konto seines Wahlkampfteams gesperrt.
Auch Facebook plant, Trumps Konto dort zu sperren.

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