Bei „QAnon“ handelt es sich um eine Verschwörungstheorie, die besonders dadurch „glänzt“, dass vieles kryptisch deklariert ist. Es wird von einem „Tiefen Staat“ gesprochen, der alles beherrscht, mehr weiß man allerdings kaum.

Die betriebene Agitation und Propaganda ist besonders perfide gestrickt, da sie auf das Selbstwertgefühl der Anhänger und Verbreiter ausgelegt ist.

QAnonQAnon QAnon ist eine Verschwörungstheorie, in der – einfach gesagt – behauptet wird, dass sogenannte „geheime Eliten” Kinder foltern und danach töten, damit sie aus deren Blut ein Mittel (Adrenochrom) gewinnen können, das ihnen die „ewige Jugend” bringt. Diese „geheimen Eliten” wollen angeblich die Weltherrschaft.“ hat im Prinzip nur sehr vage Aussagen.
Der sogenannte „Tiefe Staat“ lenkt die Politiker wie Marionetten.
Die Regierungen – insbesondere die amerikanische – werden von den Puppenspielern – sogenannte „Eliten“ – manipuliert beziehungsweise geführt und haben keine eigene Macht.
Wer der „Tiefe Staat“ ist, wird nicht gesagt, aber es wird als gegeben dargestellt, dass dem so ist. Welche Absichten dieser genau hat, weiß man nicht, allerdings will er eine „Neue Welt-OrdnungNeue Welt-Ordnung Eine Verschwörungstheorie, deren Mitglieder behaupten, Wirtschaftskrisen und Krankheiten würden inszeniert, damit eine „geheime Elite” der Welt eine neue „Ordnung”  – Diktatur – aufzwingen kann, quasi alles vordergründig um zu retten. Dies ist zum Himmel schreiender Unfug.“, von der man auch nicht weiß, wie sie aussehen wird.
Die Eliten des „Tiefen Staats“ entführen Kinder und gewinnen aus deren Blut ein Verjüngungsmittel. Dadurch leben sie länger und können alles von langer Hand vorbereiten.
Dies ist die Kernaussagen von „QAnon“.

Die Bauernfängerei von „QAnon“ ist deswegen so perfide, weil sie direkt keine Antworten gibt, sondern Fragen an die Anhänger und Sympathisanten formuliert.

„Versuche zu verstehen, wie der ‚Tiefe Staat‘ funktioniert und recherchiere dafür im Internet über Suchmaschinen und schaue, was Du findest!“ ist beispielsweise eine „Fragestellung“.

Ein Interessierter bekommt logischerweise Ergebnisse angezeigt, die von „QAnon“-Anhängern veröffentlicht wurden.
Der Unbedarfte, der auf der Suche ist, liest diese und folgt auch weiteren Informationen, auf die in den Texten verwiesen wird.
Dass die Texte, die aufeinander verweisen, von genau solchen Leuten veröffentlicht werden wie der „Suchende“, ist eindeutig, für diesen allerdings nicht klar und nicht unbedingt ersichtlich. Dieser meint nämlich, er habe die Antworten selbst recherchiert und diese so gefunden. Er freut sich natürlich über seine Eigeninitiative.

Dahinter steckt ein (psychologisches) System, was auch unter dem Namen „IKEA-Effekt“ bekannt ist.
Die Produkte wie Regale, Schränke und vieles mehr des Möbel‑ und Einrichtungsriesen IKEA baut der Kunde selbst zusammen, indem er nach einer Anleitung arbeitet. Irgendwann steht das Möbelstück dann fertig vor ihm. Er ist stolz auf das, was er gemacht hat.
Ein weitere „Vorteil“ ist dabei, dass er von kleinen Fehlern absieht, weil er seinen Stolz und seine Leistung nicht herabsetzen will.

So ist es auch mit der „Recherche“.
Man hat ihm eine Frage gestellt und ihm einen Auftrag gegeben.
Er erhält die Antwort durch seine eigene Recherche.
Die gleiche Wirkung also.

Das ist gleichzeitig das „Faszinierende“ an „QAnon“.
Jeder meint, er könnte sich selbst informieren und dies wäre „unabhängig“, denn was viele schreiben und was man im Internet selbstständig findet, kann ja nicht verkehrt sein. Zudem wird durch die „Fragestellung“ keine direkte Verbreitung der Verschwörung erzählt, sondern nur so getan, als wäre alles schon vorhanden, was man wissen muss. Man muss nur danach greifen.
So wird auch das Gefühl vermittelt, dass es keine Manipulation gibt.
Man glaubt ja, dass man unbedarft nach der Antwort gesucht habe.

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