Die Undankbarkeit gegenüber Pflegekräften in Bezug auf die Corona-Krise nimmt weiter zu.


Für Pflegedienstleitungen sind weiterhin Pressetermine mit Ablichten wichtig. Für ein Foto werden Schutzbekleidungen, die in den Fieber-Ambulanzen für eine Schicht halten müssen und danach aus hygienischen Gründen in den Müll wandern müssen, innerhalb einiger Minuten verschlissen.
Gleichzeitig wird von genau den gleichen Leuten gesagt, dass momentan keine Zeit zur Verfügung stehe, um dem Pflegepersonal, das in Fieber-Ambulanzen und Corona-Stationen arbeitet, eine Gefahrenzulage von mickrigen 48 Euro zu bewilligen.

Wenn eine Krankenschwester ungeschützt mit einem Patienten zusammenkommt, bei dem erst im Nachhinein Corona festgestellt wird, wird dieser Fall durch die Berufsgenossenschaft als Arbeitsunfall behandelt.
Sie muss sieben Tage warten, bis ein Corona-Test gemacht wird. Ein Fieber-Tagebuch muss nur geführt werden, wenn Symptome auftreten. Sie wird auch nur vom Dienst freigestellt, wenn sie symptomatisch ist.
Ansonsten kann sie weiterarbeiten.

Im Klartext heißt dies, dass eine Krankenschwester, die positiv auf Corona getestet wurde, weiterhin eingesetzt wird, auch in der Notfallambulanz.
Die Infektionsgefahr für Patienten und Kollegen werden völlig außer Acht gelassen.

Verlautbarungen zufolge heißt es sogar, dass diese Person auf der Corona-Station eingesetzt werden kann, weil sie dort niemanden (mehr) anstecken kann.
Man könne auch Pflegepersonal, das symptomatisch ist, weiter auf Corona-Stationen einsetzen aus der gleichen Begründung heraus.

Andererseits wurden vor der Corona-Krise Personen nach Hause geschickt, wenn sie eine Erkältung hatten, damit sie keine Patienten anstecken konnten.

Die immer wieder herausgeholte Begründung ist, dass kein Pflegepersonal mehr da sei, wenn man alle Infizierten beziehungsweise Erkrankten nach Hause schicke oder diese sich eine Arbeitsunfähigkeit assistieren ließen.

Die Unterscheidung „infiziert“, „symptomatisch“, „symptomatisch“, „erkrankt“ wurde übrigens erst im Laufe der Corona-Krise eingeführt.

Eine Antwort auf Undankbarkeiten und das Verheizen von Personal

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