Recherche zu betreiben ist nicht so einfach, weswegen behauptet wird , die Presse würde dies nicht richtig machen und das berichten, was sie muss
oder was ihr vorgegeben wird.



Anhand von Beispielen soll erläutert werden, wie Recherche funktioniert.

1.

In einem Beitrag in einem Blog wird behauptet, dass die Corona-Pandemie von langer Hand vorbereitet worden sei. Es gäbe bei einem Ausstatter von Produkten für Krankenhäuser und Labore bereits seit 2015 Produktbeschreibungen, in denen Corona (Covid-19) genannt würde.

Was immer die Erwähnung von 2015 beinhaltet, muss verifiziert oder falsifiziert werden.
Man schreibt am besten den Produzenten an. Er hat ja Masken und andere Produkte in seinem Sortiment, die von 2015 stammen und in deren Beschreibung man eindeutig lesen kann, dass diese Produkte von der „Sicherheit“ auch erhöhten Anforderungen wie Corona standhalten.
Der Produzent antwortete, dass es richtig sei, dass es die oben genannten Produkte seit 2015 gebe. Im Sommer wurden diese nochmals zertifiziert und auch mit den neuen Anforderungen verglichen. Es stellte sich heraus, dass diese Anforderungen auch erfüllt seien. Aufgrund der Engpässe während der Pandemie änderte man die Produktbeschreibung dementsprechend.

2.

Die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates hätte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) manipuliert, indem er 80 Prozent der Spenden beigetragen habe.

Die WHO wird zu 80 Prozent durch Spenden finanziert. Die Spenden, die von der „Melissa an Bill Gastes Foundation“ an die WHO fließen machen in dem Aufkommen, acht Prozent aus. Also knapp ein Zwölftel der Spenden.
Dies kann man in den Veröffentlichungen der WHO lesen.

3.

Damit das Magazin „Der Spiegel“ konform berichte, was man wolle, habe Bill Gates den Spiegel bestochen. Er habe sich die Meinung erkauft.
Bill Gates spendete dem Spiegel knapp 220 000 Euro.

Das ist wenig gemessen an der Geldsumme, die er mit Werbung einnimmt.
Der Volkswagen-Konzern hatte beim Spiegel Werbung für 25 Millionen Euro geschaltet.
Der Spiegel hatte unverblümt über den Dieselskandal berichtet.
Wenn man in den Kontext um Bill Gates geht, dürfte der Spiegel über den Dieselskandal nicht berichten hätten dürfen, da der Spiegel hundertfach mehr Geld „investiert“ hatte.

Dies sind drei Beispiele, wie recherchiert wird.
Wenn eine Behauptung im Raum steht, muss man dieser nachgehen. Man kann in Veröffentlichungen und Verlautbarungen von Organisationen oder Unternehmen schauen oder man schreibt diese an. Zugegeben ist das Anschrieben nicht für „Privatpersonen“, die nicht im Pressebereich tätig sind, schwer.
Man kann aber recherchieren und sich zumindest ein Bild machen, ob Behauptungen stimmen (können).
Bei größeren Sachen ist die Recherche natürlich aufwendiger und kann sich über lange Zeit hinziehen, doch es lohnt sich.

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