Eine Kollegin hat wegen Fahrens mit Alkohol im Blut ihren Führerschein verloren. In der Regel wird der Führerschein beziehungsweise die Fahrerlaubnis nach anberaumten Zeit automatisch zurückgegeben oder wieder erteilt.

Die Kollegin, deren Name in diesem Kontext einfach Nadine sein soll, war vor ein paar Monaten auf einer Party, auf der auch einige Liter Alkohol flossen.
Der Hausherr, bei dem die Party stattfand, bat Nadine, sie möge ihr Auto ein klein wenig weiter in die Hauseinfahrt hineinfahren. Es stand nämlich mit dem Heck etwas über dem Gehweg hinweg und ragte in den Straßenbereich hinein.

Leicht beschwipst tat sie dies und setzte den Wagen ein paar Meter um.

Dies rief die Polizei auf den Plan, die dies anscheinend von einiger Entfernung beobachtet hatte.
Nadine verlor die Fahrerlaubnis und musste ihren Führerschein direkt abgeben.

Im juristischen Jargon heißt es „Entzug der Fahrerlaubnis“, im Volksmund: „Führerschein verloren“.

Nun ist es in der Regel so, dass man kurz vor dem Ablauf der Zeit des Fahrverbots einen Brief von der Führerscheinstelle bekommt, in dem steht, dass man seinen Führerschein zurückbekäme und ab wann man ihn ahholen könne.

Es ist aber so, dass es einen diesbzüglichen Ermessensspielraum bei der Behörde gibt, was die Wiederzuteilung oder die Voraussetzungen dafür angeht.

Die Führerscheinstelle, die in der Regel dem Landratsamt unterstellt ist, kann zum Beispiel zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis eine medizinisch-psychologische UntersuchungMedizinisch-Psychologische Untersuchung Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung beurteilt in Deutschland die Fahreignung des Antragstellers, auch bei Verlust der Faherlaubnis bzw. des Führerscheins, z.B. Fahren unter Alhohol- oder Drogeneinfluss) anordnen. Dies wird meistens so entschieden, wenn jemand diese mehrmals verloren hat, also den Führerschein wiederholt abgeben musste.

Nadine musste sich dem im Volksmund so genannten „IdiotentestMedizinisch-Psychologische Untersuchung Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung beurteilt in Deutschland die Fahreignung des Antragstellers, auch bei Verlust der Faherlaubnis bzw. des Führerscheins, z.B. Fahren unter Alhohol- oder Drogeneinfluss)“ unterziehen, obwohl es bei ihr das erste Mal passiert war.
Nun fragt man sich, warum sie das musste.

Sie hatte sich sehr kooperativ den Polizisten gegenüber gezeigt und war ruhig geblieben. Sie hatte einen Fehler begangen und war erwischt worden. Widerstand zu leisten oder Ärger zu machen hätte auch nichts daran geändert. Sie musste nun die Konsequenzen tragen.
Ihr positives Verhalten und ihre Einsichtigkeit hatten die Polizisten vermerkt.
Dies wurde ihr aber so ausgelegt, dass sie angeblich schon Erfahrung mit der Polizei beim Fahren unter Alkoholeinfluss hätte und deswegen so ruhig geblieben wäre. Man ging anscheinend auch davon aus, dass sie die Polizisten täuschen wollte.

Man muss auf der Stelle den Führerschein abgeben. Das bedeutet de jureDe Jure „laut Gesetz”, „rechtlich gesehen” und de factoDe Facto „nach Tatsachen”, „nach Lage der Dinge”, „in der Praxis”, „tatsächlich” den Verlust der Fahrerlaubnis.
Dies wird etwas später durch Geirchtsbeschluss bestätigt.

Die medizinsich-psychologische Untersuchtung kann sich etwas hinziehen, wenn man keinen zeitnahen Termin bekommt.

Das bedeutet, dass der Entzug der Fahrerlaubnis vom Tag des Erwischtwerdens bis zur Entscheidung über die MPUMedizinisch-Psychologische Untersuchung Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung beurteilt in Deutschland die Fahreignung des Antragstellers, auch bei Verlust der Faherlaubnis bzw. des Führerscheins, z.B. Fahren unter Alhohol- oder Drogeneinfluss) einschließlich Übermittlung, dass man den Führerschein an der Führerschienstelle abholen kann, länger dauern kann.
Bei Nadine waren es vier Wochen, bis darüber geurteilt wurde. Die MPU verzögerte sich wegen Terminmangel nochmals um vier Wochen.
Dass sie sich der MPU unterziehen musste, wurde von jemanden der Führerscheinstelle kurz vor Beendigung der Frist entschieden.
Sie war den Führerschein also acht Wochen länger los, als es eigentlich von Gesetz her vorgeschrieben war.

Nadine hat herausbekommen, wie die Polizisten davon Kenntnis bekamen, dass sie das Auto umgesetzt hatte.
Diese hatten sich in einiger Entfernung aufgehalten und die Details nicht erkennen können.
Sie hatten das Umsetzen des Autos als nicht relevant erachtet.
Ein Taxifahrer hatte dies unmittelbar gesehen, weil er dort einen Fahrgast abgeholt hatte, und der Polizei bescheid gesagt, dass dort eine betrunkene Person Auto gefahren war. Er hatte der Polizei das Kennzeichen mitgeteilt.
Diese mussten dem nachgehen.

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