Bei der Fernsehserie „Rosins Heldenküche – Letzte Chance Traumjob“ sollen Personen, die „nie eine Chance im Leben hatten“, eine Aussicht auf einen Ausbildungsplatz als Köche in der Spitzengastronomie bekommen.
So weit, so gut!

Mir war immer wieder aufgefallen, dass einiges, was passierte, nicht schlüssig war oder Fragen trotz Erklärungen des Coaches Frank Rosin aufwarf.

Eine junge Frau namens Katharina kam in der ersten Folge anscheinend nicht mit dem Stress klar und der CoachCoach Jemand, der Klienten berät und betreut („coacht”), um deren berufliche Potenziale zu fördern und weiterzuentwickeln (und Fernsehkoch) Frank Rosin nahm sie heraus.
Ein junger Mann namens Mirko hatte den Coach der angehenden Köche mehrfach belogen und musste deswegen gehen.
Maria, eine andere Frau, kündigte, weil sie am Tag drei Stunden zum sogenannten „BootcampBootcamp Trainingslager für Rekruten der Armee oder straffällig gewordene Jugendliche, meist in den USA“ hin und drei Stunden wieder zurück nach Hause fahren musste. Sie war psychisch am Ende, was auch so herüber kam.
Moritz musste gehen, weil er jemand anderes verprügelt hatte im „Bootcamp“.
Das war noch nicht alles.

Kurz vor dem Halbfinale musste Pascal gehen, was noch einigermaßen nachvollziehbar war, wenn man sich auf die Erklärung Rosins einließ.
Während der Final-Folge warf Rosin Brian heraus, weil er zu spät kam.
Bei Pia zeigte Rosin immer wieder Verständnis, weil sie damit leben musste, dass ihre zwei Kinder bei Pflegefamilien waren, obwohl sie sich viele „Schnitzer“ lieferte. Dass sie Rosin immer wieder zur Weißglut brachte, schien nicht relevant.

Viele Situationen, die die Kandidaten erlebten, wurden zwar erklärt, aber nicht alles war nachvollziehbar, vor allem nicht, wenn Rosin seine emotionalen „Ausraster“ bekam und diese im Nachhinein als richtig rechtfertigte.

Es sind aber nicht nur Situationen, die nicht stimmen, sondern auch Diskrepanzen bei den Kandidaten.

Als ich eine Bilderrückwärtssuche mit mehreren Gesichtern der Kandidaten durchführte, wurde ich bei drei Personen fündig.
Pascal war der permanente „Bad Boy“ bei den Küchenhelden. Er hatte andauernd Probleme, besonders mit Pia. Er machte Fortschritte in der Entwicklung seiner Person, blieb aber irgendwann stehen und trat auf der Stelle. Er fiel des Öferen in alte Verhaltensmuster zurück, von denen man glaubte, er habe sie längst überwunden.
Pascal heißt mit realem Namen Marco Greiten und ist (Laien‑) Schauspieler. Er ist bei mehreren Agenturen gelistet. Auftritte hatte er bei Serien wie „Auf Streife“, „Klinik am Südring“ und bei „Auf Streife – Die Spezialisten“.
Auf seiner Facebook-Seite macht Pascal alias Marco Greiten aufmerksam, wo er noch mitgespielt hat.
Pascal ist im Gegensatz zur Realperson Marco Greiten ein depressiver, unzufriedener, aggressiver Charakter ohne Selbstbewusstsein. Marco Greiten lächelt auf Bildern seines Facebook-Kontos fast nur. Seine Auftritte bei den obengenannten Serien sind völlig anders als die Rolle „Pascal“.

Angeblich sind die Kandidaten LangzeitarbeitsloseLangzeitarbeitslose Langzeitarbeitslos” ist jemand, der mindestens ein Jahr lang arbeitslos ist., die auch noch eine „schlimme Vergangenheit“ hatten, wie Drogensucht, Alkoholismus, Straffälligkeit und so weiter.
Diese offiziellen Informationen des Senders führen sich ad absurdumAd Absurdum Ad absurdum” wird benutzt, um auf die Sinnlosigkeit eines (angeblichen) Sachverhalts hinzuweisen, der der Vernunft widerspricht. Es wird auch verwendet, um jemanden der Unsinnigkeit seiner Behauptung zu überführen., wenn man recherchiert.

Katharina, die auf „Empfehlung“ von Rosin in der ersten Folge gehen musste, weil sie dem angeblichen Stress nicht gewachsen war, erzählt auf ihren Social-Media-Kanälen etwas anderes, als Rosin und der Sender es tun. Sie sagt, sie habe das Team von sich aus verlassen, weil sie mit dem Konzept und den Vorgaben der Serie von Anfang an Probleme gehabt hätte. Sie hat momentan eine Anstellung in einer anderen Serie, die allerdings in einem völlig anderen Genre spielt.

Der Schläger Moritz ist schon seit mehreren Jahren bei einer Schauspielagentur gelistet, was wieder einen dunklen Schatten auf die Serie wirft. Er spielt aber nicht den „bad guy“ wie bei „Rosins Helden“.

Laut Senderinformationen und dem, was Rosin sagte, sollte es sich bei allen Kandidaten um „Problemfälle“ handeln. Angeblich habe man sie über die Jobcenter bekommen.
Plötzlich hieß es, dass diese sich auf einen Platz in der Serie bewerben mussten.
Als ich nachhakte, wurde gesagt, man sei enttäuscht darüber, dass einige Leute es wohl als „Sprungbrett“ ihrer Karriere als Schauspieler genutzt hätten.
Die Verantwortlichen des Senders hatten wohl mit den Kandidaten nie Gespräche im Vorfeld geführt.
Das wollen sie uns aber glauben machen.
Rosin wiederholt nur, dass seine neue Serie „vollkommen authentischAuthentizität Authentizität bedeutet Echtheit im Sinne von Ursprünglichkeit.“ sei und spielt das Opfer einer Kampagne gegen sich und seine „Schützlinge“, sowie gegen den Sender.

Ich habe im Anfang gerne zugeschaut, wie sich Personen entwickeln.
Ich habe einen ähnlichen Job gemacht, bei dem ich Langzeitlose wieder auf den Arbeitsmarkt integriert habe. Das hat bei manchen leider nicht geklappt, weil sie sich nicht ändern wollten (oder es aus welchen Gründen auch immer nicht konnten). Im Großen und Ganzen hat es aber funktioniert.
Das Verhalten der sogenannten „Coaches“ bei der Serie war für mich nicht hinnehmbar.
Auch die „Ausraster“ von Frank Rosin als „Oberaufseher“ behagten mir nicht.
Mit ungezogenen und aggressiven sowie nicht-einsichtigen Personen muss man manchmal Tacheles reden, aber was dort gemacht wurde, ist sehr oft überzogen und nicht gerechtfertigt.
Personen anschreien geht überhaupt nicht.

Nun ergibt alles nach den Recherchen einen Sinn.

Einschaltquoten!

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