Während ich recherchiere, höre ich fast immer Musik im Hintergrund.
Heute saß ich allerdings mit meinem Chrome-BookChrome-Book Ein Chrome-Book ist ein Laptop, der mit dem Betriebssystem Chrome OS betrieben wird. Alle auf einem Chrome-Book ausgeführten Applikationen und Programme sind daher zum größten Teil Internet-Anwendungen. Zunehmend gibt es aber auch „normale” Programme für Chrome-Books. am Wohnzimmertisch und ging meiner Arbeit nach.
Ich drückte auf die Fernbedienung und schaltete den Fernseher an.

Es lief „ZDFZDF „Zweites Deutsches Fernsehen”, „Das Zweite”, „Das Zweite Programm”, „Das Zweite Fernsehprogramm”-Fernsehgarten“ mit Andrea Kiewel (alias Kiwi).

Was sich mir bot, war mehr eine intellektuelle Entgleisung als Fernsehunterhaltung.

Kiwi moderierte mit dem Entertainer Riccardo Simonetti ein Quiz, bei dem die Zuschauer Pizza gewinnen konnten, wenn sie richtig lagen.

Das Thema des Fernsehgartens war „Italien“, weil der „Eurovision Song ContestEurovision Song Contest Der Eurovision Song Contest ist ein Musikwettbewerb für Komponisten, Textdichter, Songwriter und Sänger.“ (ESCEurovision Song Contest Der Eurovision Song Contest ist ein Musikwettbewerb für Komponisten, Textdichter, Songwriter und Sänger.) einen Tag vorher in Turin stattgefunden hatte.
Überall hing zudem die italienische TricoloreTricolore Eine Fahne oder Flagge mit drei (verschiedenen) Farben, z.B. Frankreich: Blau-Weiß-Rot..

Die Fragen des Quiz waren sehr, sehr einfach gehalten.

Nicht nur Kiwi, sondern auch Simonetti „glänzten“ durch geistige Tiefflüge.
Simonetti, der permanent damit kokettiert, dass er „anders“ und schwul ist, machte es auch dieses Mal, angestachelt von Kiwis Frage, ob er denn geschminkt sei, weil man nichts sähe. Beide unterhielten sich kurz über seine Sommersprossen, die durch Make-up verdeckt waren.

Die Quizteilnehmer bekamen nach zwei, drei sehr einfachen Fragen und richtigen Antworten Pizza und waren genauso glücklich wie Kiwi und Simonetti.

Dann trat eine Akrobatin auf, die ihren Körper verbiegen konnte, als wäre er aus Gummi.
Die Frau beherrschte die KontorsionKontorsion Der Begriff Kontorsion beschreibt eine Form von Akrobatik-Vorführungen, bei der der Artist seinen Körper in Positionen verdreht oder verbiegt, die für die meisten Menschen unerreichbar sind. Kontorsion ist oft Teil einer Zirkus-Nummer., also die „VerbiegekunstKontorsion Der Begriff Kontorsion beschreibt eine Form von Akrobatik-Vorführungen, bei der der Artist seinen Körper in Positionen verdreht oder verbiegt, die für die meisten Menschen unerreichbar sind. Kontorsion ist oft Teil einer Zirkus-Nummer.“.
Kiwi versuchte zu erklären, dass die Akrobatin sowohl das „Vorbeugen“ als auch das „Rückbeugen“ beherrsche. Sie hatte es anscheinend selber nicht verstanden, sondern las akribisch ab, wobei sie den Text des Merkzettels holprig und stammelnd wiedergab. Sie nannte die zwei Varianten allerdings „VorbeugeRn“ und „RückbeugeRn“.
Bei der Kontorsion gibt es die Kategorie „Vorbeugen“ und „Rückbeugen“, was bedeutet, in welche Richtung sich die Wirbelsäule am meisten biegen und dehnen lässt. Die wenigsten beherrschen beides gleichermaßen gut.

Es ging unter anderem um so für Kiwi wichtige Dinge, welche schönen italienischen Wörter jeder wissen müsse, die die italienisch-stammende Akrobatin aufzählte. Kiwi war darüber glücklich.
Es war wie im Kindergarten, in dem die „italienische Woche“ gefeiert wird und die Kinder Begrüßungen und ähnliches lernen müssen.

Kiwi schaffte es, sich auch hier einen FauxpasFauxpas Fehltritt, Fehlverhalten, Lapsus; Verstoß gegen allgemein anerkannte gesellschaftliche Sitten und Gebräuche zu liefern.
Nach ziemlich flachen Fragen, kam sie darauf, dass die Artistin sehr gut aussähe, aber vergeben sei, und fabulierte, dass sich Männer eben keine Hoffnung machen müssten.
Kiwi fragte: „Hast Du auch schon an Kinder gedacht?“
Die Artistin konterte, dass dies jawohl keine Frage im Jahr 2022 sein könne.
Kiwi antwortete ziemlich barsch und bockig wie ein Kind: „Doch, ist sie.“
Die Artistin ließ sich allerdings nicht darauf ein und sagte nur kurz und knapp: „Wenn die Zeit vielleicht irgendwann dafür gekommen ist.“
Nach geheucheltem „Viel Erfolg weiterhin“, war das Gespräch danach auch irgendwie zu Ende.

Nach weiteren Minuten des Dummschwafelns aus der „GlotzeDie Glotze Ein anderes Wort für Fernseher“ schaltete ich – ziemlich verwirrt über die „Deutsche Unterhaltungskultur“ – den Fernseher aus. 

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