Man stelle sich folgende Szene vor …

Der Chef eines Unternehmens in der Telekommunikationsbranche ist verschwunden. Zwei Beamte der Kriminalpolizei kommen in die Firma und möchten mit Mitarbeitern über das Verschwinden reden, um Ansatzpunkte zu sammeln. Sie stellen sich mit Dienstausweisen vor und fragen, ob sie den stellvertretenden Chef sprechen könnten.
Die Person am Empfang zückt ihr Handy, hält es auf die beiden Beamten und macht einen Film mit dem Kommentar: „Heute ist Dienstag. Die Polizei kommt hier ohne Beschluss herein. Ich dokumentiere das illegale Eindringen.“.

Diese Szene stammt aus einer Episode von „Letzte Spur Berlin“.
Es ist nicht abwegig, was dort dargestellt wird, denn es spiegelt die Realität sehr nah wider.

Jeder meint heutzutage, er könne Journalist sein oder sogar Enthüllungsjournalist.
Das ist symptomatischSymptomatisch mit Krankheitszeichen, mit Anzeichen einer Krankheit für diese Zeit, in der wir leben.
Jeder, der ein SmartphoneSmartphones Smartphones nennt man Mobiltelefone mit umfangreichen Computer-Funktionalitäten, wie Terminplaner, E‑Mail-Möglichkeiten u.v.m. Der Begriff dient der Abgrenzung von herkömmlichen Mobiltelefonen. hat, eine Kamera oder Videokamera, meint, er sei der beste Fotograf oder Kameramann, geschweige denn Journalist.

Bei jeder kleinsten Möglichkeit wird heute gefilmt, zum Beispiel wenn das Auto von jemandem im absoluten Halteverbot steht und die Polizei veranlasst, dass dieses abgeschleppt wird oder wie im obigen Fall aus der Krimi-Episode.

Die meisten Fotos, die mit SmartphonesSmartphones Smartphones nennt man Mobiltelefone mit umfangreichen Computer-Funktionalitäten, wie Terminplaner, E‑Mail-Möglichkeiten u.v.m. Der Begriff dient der Abgrenzung von herkömmlichen Mobiltelefonen. geschossen werden, sind nicht schön. Es wird nicht fotografiert, es wird geknipst, ohne darüber nachzudenken.
Ebenso ist es mit Videos. Weil es mit dem Smartphone bequem ist, es hochkant in der Hand zu halten, werden auch die Video dementsprechend so gemacht. Hochkant-Videos sind nicht ästhetisch.
Warum sind Fernseher, Laptop-Displays und Monitore quer – die längste Seite ist die horizontale – angebracht? 

Gibt es Hochkant-Monitore?

Nein!

Eine Ausnahme: Bei Zeitungsverlegern gibt es so etwas manchmal, um das Layout zu kontrollieren.
Es ist ein Tabu, Videos hochkant zu drehen.

Die Möchtegern-Journalisten stellen jenseits des Rechts am eigenen Bild Videos online in die sozialen Online-Netzwerke.
Wenn man jemanden fotografiert oder filmt, darf man das Material nicht ohne Erlaubnis veröffentlichen, was viele aber nicht wahrhaben wollen.
Auch echte Journalisten dürfen dies nicht ohne weiteres.

Wenn man Videos sieht, wie die Polizei gegen jemanden vorgeht, fragt man sich sowieso, welchen Zweck diese dienen. In den meisten Fällen wollen die Filmer über die Willkür der Polizei berichten. Manche meinen auch, wenn sie filmen, würde die Polizei Angst bekommen.

Die Frage, worüber berichtet wird, ist eine Frage der Relevanz. Dies gehört zum Handwerkszeug eines Journalisten und kann in der Regel von einem Amateur oder Hobbyreporter oder Möchtegern-Journalisten nicht beurteilt werden.

Auch wenn man ein teures Equipment besitzt, heißt es nicht, dass man Journalist ist, denn um Journalist zu sein, gehört wesentlich mehr als Fotos oder Videos anzufertigen und über irgendwas zu berichten.

Es geht um wesentlich mehr, was dieses Klientel aber leider nicht begreifen will oder einfach nicht begreift.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gedanken