Im Internet kursieren Gerüchte, dass es eine Inzidenz unter 50 bezogen auf die Corona-Pandemie nie geben könne.
Dies beruhe auf der Fehlerquote von PCR-Tests.
Die Behauptung ist, dass PCR-Tests eine Fehlerquote von zwei Prozent hätten.

Zugrunde liegt dabei, dass am Tag 340 000 PCR-Test genommen und ausgewertet würden.
Daraus ergäben sich 6800 falsche Tests bei einer Fehlerquote von zwei Prozent.

Diese 6800 sind sogenannte „Falsch-Positive“, was bedeutet, dass eine Person das Corona-Virus zwar nicht in sich trägt, der PCR-Test aber das Ergebnis liefert, dass diese Person es doch in sich hat. Das Ergebnis ist also falsch und liefert einen positiven Befund.

Nun muss man die Inzidenz aus den 6800 Betroffenen berechnen.
Die Inzidenz bezieht sich immer darauf, wie viele Personen sich neu infiziert haben in Relation gesetzt auf 100 000. Diese wird über sieben Tage betrachtet und berechnet.
Dazu setzt man die 6800 ins Verhältnis zu den 100 000, verglichen mit den Einwohnern in Deutschland von circa 83 Millionen.
Da die Inzidenz über sieben Tage berechnet wird, wird das Ergebnis mit 7 multipliziert.

Das ergäbe eine Inzidenz von 57 (57,35).

Falls dies stimmte, könnte es nie eine Inzidenz unter 57 geben, weil alleine schon die Fehlerquote (“Falsch-Positive“) dies nicht zuließe.
Schon eine Fehlerquote von einem Prozent implizierte eine Inzidenz von 29 (28,67).

Die Inzidenz berechnet sich generell bezogen auf 100 000 Personen, unabhängig davon, ob eine Stadt, ein Kreis, ein Bundesland oder ganz Deutschland betrachtet wird.

Laut dem Robert-Koch-Institut wurden in der Woche vom 15. bis zum 21. Februar 2021 etwa 1,1 millionen PCR-Tests vorgenommen. Das wären am Tag etwa  157 000.
Daraus ergäbe sich nach obigem Muster von zwei Prozent Fehlerquote eine Inzidenz von 26 (26,48).

PCR-Tests haben allerdings eine Trefferquote von 99.99 Prozent, was bedeutet, dass es eine Fehlerquote von 0,01 Prozent gibt.

Bei 157 000 PCR-Test fielen 15,7 Tests als „Falsch-Positive“ heraus.
Umgerechnet in Inzidenz wäre dies 0,132.

Dies ist für die Betrachtung einer Inzidenz irrelevant.

Im Jargon der Gerüchteküche hieße es dann wohl, dass es eine Inzidenz von unter 0,132 nicht geben kann.

Man sieht, dass die Berechnung der Personen und die daraus abgeleitete Inzidenz aus der Gerüchteküche nicht aufgeht.
Erstens haben sie falsche Zahlen für die PCR-Tests benutzt.
Zweitens stimmt die Fehlerquote nicht.

Auch wenn man diese falschen Zahlen – 340 000 Tests am Tag und Fehlerquote von zwei Prozent – als korrekt betrachten würde, hinge alles an den durchgeführten PCR-Tests.
Eine Änderung der PCR-Tests zum Beispiel nach unten wäre überhaupt nicht aussagekräftig.
Das ganze „Szenario“ widerspricht sich selbst.

Wie es klappen würde:
Wenn man eine Inzidenz von 50 erreichen wollte aus der realen Fehlerquote von 0,01 Prozent, müsste man jeden Tag etwa 60 millionen PCR-Tests nehmen, pro Woche also 420 millionen.
Die daraus resultierenden „Falsch-Positiven“ würden dann eine Inzidenz von 50 erreichen.
Das hieße, dass von jedem Einwohner pro Woche fünf PCR-Tests genommen werden müssten.

Am 1.7.2020 war die Inzidenz in Deutschland bei 1,03, am 24.8.2020 bei 6,8.
Wenn die Berechnungen der Gerüchteküche stimmten, hätten diese Werte nie erreicht werden können.

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