Viermal sei er betrogen worden, sagt Sven, doch beim fünften Mal habe es geklappt. „Mit dem Impfausweis kann ich überall hingehen, wo 3G3G-Gruppe Die 3G-Gruppe bezieht sich auf die Corona-Pandemie. 3G bedeutet: geimpft, genesen oder getestet (mit negativem Befund). Diese Gruppe hat Vorzüge bezüglich Besuchen von Veranstaltungen, Museen u.v.m. oder 2G2G-Gruppe Die 2G-Gruppe bezieht sich auf die Corona-Pandemie. 2G bedeutet: geimpft oder genesen. Diese Gruppe hat Vorzüge bezüglich Besuchen von Veranstaltungen, Museen u.v.m. gilt, obwohl ich nicht geimpft bin.“ Stolz zeigt er seinen gelben Impfausweis, in dem nur zwei CoronaCoronavirus Das Coronavirus (SARS-CoV‑2) verursacht eine schlimme Lungenkrankheit (COVID-19), die auch tödlich enden kann.-ImpfungenImpfstoffe Mit Impfstoffen (sogenannte „Vakzine”) wird der (menschliche) Körper gegen Krankheiten immunisiert. Er kann so in der Regel nicht mehr krank werden. vermerkt sind.

Sven hat sich seinen gefälschten Impfausweis nicht im sogenannten „Darknet“ besorgt, sondern in einem ChatChat Chat oder Online-Chat bezeichnet die elektronische Kommunikation mittels geschriebenem Text in Echtzeit, meist über das Internet. bei der Kommunikationsplattform „Telegram“.
Dort gibt es viele ChatsChat Chat oder Online-Chat bezeichnet die elektronische Kommunikation mittels geschriebenem Text in Echtzeit, meist über das Internet. und Gruppen, bei denen nicht nur gefälschte Impfausweise angeboten werden, sondern auch elektronische und digitale Impfzertifikate, die als QR-CodeQR-Code Ein meist in Schwarz-Weiß gehaltenes quadratisches Muster, in dem Informationen wie Webseiten, Visitenkarten und vieles mehr kodiert enthalten sind. Diese können in der Regel mit Smartphones oder Handys gelesen werden. angezeigt werden können.

„Morgen gehe ich zur Apotheke und lasse mir ein digitales Zertifikat ausstellen“, erzählt Sven, „Dann kann ich dies in die CovPass-AppCovPass-App In der CovPass-App des Robert-Koch-Instituts können digitale Zertifikate von Corona-Impfungen gespeichert und angezeigt werden. auf meinem Handy speichern. Das habe ich sowieso immer dabei.“

Das dürfte allerdings in die Hose gehen, denn es wäre verdächtig, wenn jemand einen Impfausweis hätte, der nur zwei Impfeinträge mit einem Corona-ImpfstoffImpfstoffe Mit Impfstoffen (sogenannte „Vakzine”) wird der (menschliche) Körper gegen Krankheiten immunisiert. Er kann so in der Regel nicht mehr krank werden. hätte. Zudem sind Apotheker auch angehalten, genau zu hinterfragen, wenn Impfzentren nicht gerade in der Nähe des Wohnorts genutzt wurden, wie es bei Sven der Fall ist. Man muss begründen können, warum man im Süden Deutschlands wohnt und sich in Hamburg hat impfenImpfstoffe Mit Impfstoffen (sogenannte „Vakzine”) wird der (menschliche) Körper gegen Krankheiten immunisiert. Er kann so in der Regel nicht mehr krank werden. lassen.

Während die gefälschten Papier-Impfpässe kaum auffallen, wenn man sie vorlegt, wird es digitalen Impfzertifikaten schon etwas schwieriger.

In jedem digitalen Zertifikat ist eine sogenannte „elektronische Signatur“ gespeichert, um die Echtheit zu gewährleisten. Diese ist in einer Datenbank der EUEU Europäische Union-Gesundheitsbehörde hinterlegt. Diese gewährleistet, dass das Corona-Impfzertifikat authentischAuthentizität Authentizität bedeutet Echtheit im Sinne von Ursprünglichkeit. und gültig ist.
Zugang zur Datenbank haben nur Gesundheitsbehörden und einzelne sogenannte „Einheiten“. In Deutschland sind Apotheken diese „Einheiten“, weil sie die digitalen Impfzertifikate anhand der Einträge in den gelben Impfausweisen generieren.

Wenn es sich um gefälschte Zertifikate handelt, muss man als Fälscher Zugriff auf diese Datenbank erhalten, was in der Regel unmöglich ist, wenn man sie nicht „hacken“, also korrumpieren, will.
Es gibt aber leider kriminelle und korrupte Apotheker, die gegen Geld auch mal bei offensichtlich gefälschten Impfnachweisen wegschauen und digitale Zertifikate zur Verfügung stellen.

Es gibt aber auch raffiniert gefälschten Webseiten.
Diese sehen wie Webseiten der EMAEMA Europäische Arzneimittel-Agentur („European Medicines Agency”) aus.
In dem QR-Code sind Webseitenadressen hinterlegt anstatt der Zertifikate.
Der unbedarfte Benutzer scannt den QR-Code mit dem Handy ein und landet auf eine speziell für ihn eingerichtete Webseite.
Dort steht sein Name und die angeblichen Impfdaten.
So werden Kunden getäuscht, obwohl für diese alles plausibel scheint.

Wenn diese Art von QR-Codes mit Überprüfungs-AppsApp Als App oder „Mobile App” wird eine Anwendungssoftware für Mobilgeräte und mobile Betriebssysteme bezeichnet. Obwohl sich der Begriff App auf jegliche Art von Anwendungssoftware bezieht, wird er im deutschen Sprachraum oft mit Anwendungssoftware für Smartphones und Tablets gleichgesetzt. gescannt werden, halten sie einer Kontrolle nicht stand, im Gegensatz zu denen, die Apotheker ausstellen, die es mit der AuthentizitätAuthentizität Authentizität bedeutet Echtheit im Sinne von Ursprünglichkeit. und Wahrheit nicht so genau nehmen.

Viele zeigen aber einfach ihre gefälschten gelben Impfausweise bei Veranstaltungen vor, wenn sie sicher gehen wollen.
Um zu sehen, ob dieser gefälscht ist, gehört eine große Portion Erfahrung und internes Wissen. Bei Veranstatlungen mit vielen Zuschauern wird auch nicht jeder Impfnachweis genau geprüft und begutachtet.

Bei den Papier-Ausweisen kann man nicht nachvollziehen, wer sie gedruckt hat.
Bei den digitalen, die von Apothekern erstellt wurden, ist es einfacher, denn in jedem QR-Code ist auch die Nummer der ausstellenden Apotheke mit gespeichert.

In Baden-Württemberg sind den Strafverfolgungsbehörden etwa 250 diesbezügliche Fälle bekannt.
In den letzten Monaten sind diese Straftaten allerdings sehr angestiegen.

Sowohl Fälscher als auch Benutzer der gefälschten Impfzertifikate sind unverantwortlich.

Bei Geimpften und Genesenen gibt es sogenannte Durchbrüche. Das bedeutet, dass Geimpfte und Genesene trotz alledem an CovidCoronavirus Das Coronavirus (SARS-CoV‑2) verursacht eine schlimme Lungenkrankheit (COVID-19), die auch tödlich enden kann. (nochmals) erkranken können. Statistisch gesehen sind es 0,18 Prozent aus dieser Gruppe, also 18 Personen auf 10 000. Andersherum bedeutet dies, dass bei 99,8 Prozent keine Durchbrüche stattfinden.
Auf die momentan vollständig-geimpften Personen in Deutschland sind circa 95 000 Durchbrüche bekannt. 

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine geimpfte Person Covid-19Coronavirus Das Coronavirus (SARS-CoV‑2) verursacht eine schlimme Lungenkrankheit (COVID-19), die auch tödlich enden kann. bekommt und weitergibt ist also etwa 1 zu 500.
Bei Ungeimpften ist die Wahrscheinlichkeit allerdings 1 zu 1.

Wenn nun die freiwillig-ungeimpftenFreiwillig ungeimpft „Freiwillig ungeimpft” bedeutet, dass eine Person sich willentlich nicht impfen lassen hat, obwohl sie es hätte machen können, vom gesundheitlichen Gesichtspunkt aus. Es war ihre eigene Entscheidung, es nicht zu tun. Personen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden dürfen oder durften, fallen nicht darunter. Personen mit einem gefälschten Impfausweis zu einer Veranstaltung gehen, ist also das Risiko eines Ausbruchs oder einer Ansteckung sehr hoch.
Dies ist ihnen aber egal, denn für sie zählt nur der eigene Vorteil, wobei keine Rolle spielt, ob es juristisch oder moralisch sowie humanistisch verwerflich ist, was sie tun. 

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