Oliver hat sein Abitur mit 1.0 abgeschlossen.
Er lernt sehr viel, doch die Eins in Sport verwundert viele, denn in diesem Fach ist er die klischeehaftige „Gazelle oder wie heißt das Tier mit dem langen Rüssel?“

Er sagt von sich, dass er die Sportnote verdient habe, weil er von dem, was er könne und gegeben hat, an seine Grenzen gestoßen sei und somit sein Bestes gegeben habe.
Andere Schüler meinen, es käme davon, dass der Sportlehrer die anderen sehr guten Noten nicht schmälern wollte und ihm diese deswegen gegeben habe.
Das mag sein!

Oliver argumentiert also, dass er von dem, was er könne und was er erreicht habe, eine Eins verdient habe.
Lena, eine Schülerin, intervenierte beim Englisch-und-Französisch-Lehrer, sie hätte gerne eine Eins anstatt einer Vier, weil sie schließlich auch an ihre Grenzen gegangen sei und nicht mehr erreichen hätte können.
Das ließ der Lehrer allerdings nicht durchgehen.
Er meinte, dann hätte sie mehr tun müssen.
Oliver argumentiert bei Kritik genauso.

Wenn es so wäre, dann dürfte es im Prinzip nur noch gute und sehr gute Noten geben.

Anstatt Lena zu sagen, sie müsse mehr tun, hätte man sagen können, sie sei an ihren Grenzen der Sprachkompetenz und habe das aber meisterhaft bewältigt.
Wenn Max Physik nicht versteht und nur einfache Zusammenhänge begreift, liegt es eben nicht an „Faulheit“, sondern an der „Konstitution“.

Zudem sollte man, wenn man solche Betrachtungen schon macht, auch mit einbeziehen, dass man niemanden benachteiligt.

Übertrieben könnte man sagen, dass Oliver wegen seiner Leibesfülle nicht diskriminiert wurde, weil man seine sportliche Leistung anerkannt habe.
Dann würden aber Lena und Max benachteiligt.

Bei Oliver kann man davon ausgehen, dass er die Sins in Sport nur bekommen hat, damit nicht irgendwo etas anderes steht, als „Verschönerung“, mehr nicht.
Dass dies für andere Schüler „verstörend“ wirkt, hat niemand vom Lehrerkollegium bedacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gedanken