In Fieber-Ambulanzen wird emsig gearbeitet. Dort herrschen erschwerte Arbeitsbedingungen im Gegensatz zu Notfall-Ambulanzen.
Andererseits belohnt man die dort Tätigen nicht mit Extras.

In Fieber-Ambulanzen darf man in der Regel maximal drei Stunden arbeiten.
Vor dem Arbeitsbeginn muss man Schutzbekleidung anlegen. Diese besteht aus dem Mundschutz der Kategorie FFP 3, der Kopfhaube, den Handschuhen und einen Schutzkittel, optional den Schuhüberzügen.

Aus hygienischen und aus wirtschaftlichen Gründen darf man während dieser drei Stunden weder essen, noch trinken, geschweige denn zur Toilette gehen.
Wenn man es täte, müsste man die Schutzkleidung öffnen oder ausziehen. Danach müsste man die aktuelle wegwerfen und neue benutzen.

Wenn die Pflegedienstleitung einen Pressetermin in der Fieber-Ambulanz vereinbart, werden für ein paar Minuten, in denen ein Foto geschossen wird, ACHT S#tze Schutzbekleidungen verbraucht.

Auch als eine Woche vorher Personen vom Landrat die Fieber-Ambulanz besuchten, wurden großzügig Schutzbekleidungen verbraucht.

Drei Stunden arbeiten, ohne etwas zu trinken, zu essen und ohne Toilettengänge ist Nötigung.
Die Mundschutze sind nicht angenehm zu tragen und man schwitzt auch, wenn man dies Schutzbekleidungen anhat.

Während hier geschaut wird, möglichst nur soviel finanziell auszugeben, wie man braucht, wirft man bei anderer Gelegenheit Schutzbekleidungen für Profilierungsaktionen wie Pressetermine weg.

Bei den Presseterminen lobt man die eigenen Fieber-Ambulanzen.

Der Betriebsrat hat vor kurzen gesagt, dass die Mitarbeiter in den Fieber-Ambulanzen laut Tarifvertrag eine Prämie von 48 Euro erhielten, was aber die Pflegedienstleitung damit abgewehrt hat mit den Worten, man habe wichtigeres zu tun.

Die Mitarbeiter in den Fieber-Ambulanzen arbeiten unter erschwerten Bedingungen, haben Einschränkungen hinzunehmen, die einer Nötigung gleichkommen, es gibt Pressetermine, bei denen für ein paar Minuten Schutzbekleidungen getragen werden, die danach in den Müll kommen, aber andererseits gönnt man den eigenen Leuten nicht mal diese zugegeben kleine Prämie von 48 Euro (umgerechnet 30 Cent pro Stunde mehr).

In diesem Zusammenhang kann man die Wörter Gerechtigkeit und Mitgefühl in keinster Weise benutzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gedanken