Viele Schüler studieren erstmal, bevor sie später eine Ausbildung beginnen. Der Hintergrund ist nicht, dass es ihnen nicht gelingt, eine Stelle zu bekommen, sondern die Unfähigkeit sich zu entscheiden.


„Was studierst Du denn ab dem Herbst?“ fragte Erhard Seidel den Abiturienten.
„Das weiß ich noch nicht. Das wird sich schon ergeben.“

Dies gibt es zuhauf.

Immer öfter und immer mehr sind potenzielle Abiturienten nicht fähig, sich zu entscheiden, was sie später machen möchten. Sie denken nicht über ihren Berufswunsch oder ihre Berufung nach.
Mit neunzehn oder zwanzig Jahren stehen sie ohne Perspektive außerhalb der Arbeitswelt und haben nichts nach dem Abitur.
Sie haben nicht darüber nachgedacht, was mit ihnen nach dem Absolvieren des Gymnasiums passiert. Es geht nicht darum, dass sie im Unklaren sind, ob sie erst eine Ausbildung machen oder studieren. Sie können oder wollen sich nicht entscheiden. Viele melden sich erstmal bei Universitäten und Hochschulen an, da sie dann ja weiter im Schulalltag leben. Sie meinen es zumindest, sehen aber nicht, dass dem nicht so ist.

Am Gymnasium – insbesondere bei volljährigen Schülern – ist es so, dass die Lehrer keine Bringschuld mehr haben, sondern die Schüler eine Holschuld. In den „niedrigen“ Jahrgängen sind Lehrer verpflichtet, immer wieder nachzuhaken, ob der Stoff verstanden wurde und gegebenenfalls zu wiederholen.
Im Gymnasium ist es dann anders. Als Vorbereitung auf das Studium, in dem Eigeninitiative das Wichtigste ist, sollen Abiturienten nun orientiert werden.
Auf der Universität interessiert es niemanden mehr, ob man zur Vorlesung geht oder Hausaufgaben macht.

Der Grund ist nur die Entscheidungsunfähigkeit. Sie kommen nicht unter dem Rock der Mutter hervor, um ungeschützt in die reale Welt zu gehen.
Das Argument, dass sie studieren, damit sie Kindergeld bekommen ist nur eine dumm-dreiste Ausrede.

Mit dem Abitur ist das schöne Schülerleben vorbei, was diese Generation – Y , Z – wie auch immer – nicht akzeptieren will.
Die „Fun-Generation2 ist gescheitert und zeigt, dass sie nur warme Luft produziert hat.

Darunter muss nun auch das Sozialsystem leiden.

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