Vor einigen Tagen hatte ich darüber berichtet, wie sich Mitarbeiter aus Verwaltungen in Krankenhäusern Impfungen erschlichen haben. Ich gab diese Informationen an Kollegen einer ortsansässigen Zeitung weiter und stieß auf offenen Ohren.


Man wollte sich mit den Kliniken in Verbindung setzen.

Gestern rief mich die Kollegin an, mit der ich vor einer Woche schon telefoniert hatte und sagte mir, der betreffende Artikel erschiene heute, Samstag, den 23.1.2021, in der Zeitung. Sie sagte, sie habe im Rahmen der nun öffnenden Impfzentren in unserem Landkreis recherchiert und dies als Aufmacher genommen, um auch meine Darstellung einzubringen

Heute Morgen las ich dann den Artikel dazu.

Es ging, wie sie sagte, um die Öffnung der Impfzentren und den Problemen, die damit verbunden sind, wie Engpässe bei den Impfstoffen, (k)einen Termin zu bekommen et cetera.
Wenn man weiß, was ich herausbekommen habe, kann man ein Zitat eines Mitarbeiters der Personalabteilung des Klinikums näher verstehen.
Man kann herauslesen, dass meine Kollegin nachgehakt haben könnte, ob bekannt sei, dass Mitarbeiter sich Impfungen erschlichen haben könnten. Mir fiel diese kleine Passage auf, weil ich den Stein ins Rollen gebracht hatte und dieses Zitat in einem Kontext setzen kann. Den alltäglichen Zeitungsleser wird dies überhaupt nicht tangieren und auffallen. Er wird dies als Faktum lesen und mehr nicht

Manche Mitarbeiter arbeiten auf den ersten Blick nicht dauerhaft in einem Covid-Bereich, sind aber durch ihr Fachgebiet besonders exponiert oder haben in der Notfallversorgung durchaus mit Covid-Patienten zu tun und können dadurch auch impfberechtigt sein.

(Ein Sprecher der Klinik)

Das ist richtig, aber darum ging es in meiner schon vorher stattgefundenen Recherche nicht.
Es ging darum, dass sich Personen aus der Verwaltung, die überhaupt nicht mit Corona-Patienten in Verbindung gekommen sind und auch nicht kommen, eine Impfung erschlichen haben, obwohl sie ihnen definitiv nicht zustand. Diese Personen waren weder in der ersten noch in der zweiten Priorisierungsgruppe, die von der STIKO – Ständige Impfkommission – genannt wurde, aufgelistet.

Das war und ist der Skandal.

Mitarbeiter aus der Verwaltung und auch mindestens ein Arzt hatten die Personalverantwortlichen getäuscht und hatten sich unberechtigt – wider besseres Wissen der Personalverwaltung? – Impfbescheinigungen ausstellen lassen.
Dies hatte ich ja laut meiner Recherche herausgefunden.

Hier hätte man ansetzen sollen und nicht lapidar eine inkontextuelle Richtigstellung drucken sollen, die niemand versteht oder wahrnimmt.

Ich zweifle daran, dass die Kollegin überhaupt die Erschleichungen angesprochen hatte. Mir kommt es eher so vor, als ob sie nur gefragt hätte, wie und nach welchem Schema Mitarbeiter geimpft würden.

Guter Journalismus geht anders.

Eine Antwort auf Eine Farce als Zeitungsartikel

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