Vor ein paar Wochen ist mir ein Unfall passiert, dessen kausaler Verursacher ich nicht war, obwohl ich ein Auto beschädigt habe. Wenngleich ich eigentlich nicht schuld war, sollte meine Haftpflicht aufkommen.
Es war wie folgt.

An einem Nachmittag fuhr ich mit meinem blauen Auto zum Einkaufen.
An einer Straße waren zwei Autos, rot und schwarz, geparkt, weswegen ich wartete, bis die Straße frei war.
Dann fuhr ich langsam los.
Plötzlich schoss ein graues großes Auto, ein sogenannter SUVGeländelimousine „Sport Utility Vehicles”, abgekürzt SUV, auch als Geländelimousinen oder Stadtgeländewagen bezeichnet, sind Personenkraftwagen mit erhöhter Bodenfreiheit, die an das Erscheinungsbild von Geländewagen angelehnt sind. Der Fahrkomfort ähnelt dem einer Limousine., aus einer Hofeinfahrt auf der rechten Seite heraus.
Bei meinem Auto setzte der Notbrems-Assistent ein, der des SUV anscheinend auch. Der Fahrer des SUV hupte laut und zeigte mir einen Vogel.
Dann lenkte er sein Auto auf den Gehweg und fuhr schnell davon. 

Ich hatte wohl vor Schreck etwas das Lenkrad verrissen und hatte das rote Auto beschädigt.

Ich parkte hinter der Hofeinfahrt, ein paar Meter vor dem roten Auto.
Niemand war im Haus anwesend, vor dem das rote Auto stand, denn niemand antwortete auf mein Klingeln.

Dann hielt ein Auto neben mir, jemand stieg aus und fragte, ob ich der Fahrer von dem blauen Auto sei.
Er erzählte mir, dass er dem SUV gefolgt sei und Bilder von seinem Kennzeichen gemacht habe. Diese Bilder überließ er mir genauso, wie seine Handynummer.
Ich teilte ihm mit, dass ich zur Polizeistation fahren wolle, die etwa einhundert Meter weiter entfernt war.

Während ich mit dem Zeugen zusammen auf die Polizei aus der Kreisstadt wartete, gingen die Besitzer zum roten Auto.
Ich ging zu ihnen, stellte mich vor, und sagte ihnen, was passiert sei und dass die Polizei schon unterwegs sei.

Als nach ein paar Minuten die Polizei eintraf, wurde es „interessant“.

Ich schilderte den Unfallhergang und nannte auch den Zeugen.
Eine Polizistin meinte direkt, dass ich schuld sei, weil ich das rote Auto beschädigt hätte.
Ich konterte, dass ein grauer SUV plötzlich aus der Hofeinfahrt kam und vor mir stand.
Die Polizistin meinte allen Ernstes, ich hätte ja nicht bremsen müssen oder die Spur verreißen.
Dass der Schaden sehr groß gewesen wäre, wenn ich nicht gebremst hätte, wollte sie nicht hören, denn ich hatte dargestellt, dass der SUV und ich dann kollidiert wären und der SUV mich dann wohl in den roten geschoben hätte, möglicherweise auch noch der schwarze beschädigt worden wäre.
Sie blieb dabei, dass ich ja den roten beschädigt hätte und somit der Schuldige sei.
Ich erklärte es nochmal mit anderen Worten.
Sie blieb dabei und warf mir vor, dass ich dies nur sagte, damit meine Versicherung nicht zahlen müsse, wegen des Freiheitsrabatts.

Ich verweigerte von da an die Aussage und unterschrieb nicht den Polizeibericht, indem ich immer wieder „Wenn der graue SUV nicht aus der Hofeinfahrt gekommen wäre, wäre nichts passiert.“ wiederholte, was die Polizistin nervte.

Später erfuhr ich von dem Zeugen, dass der Kollege der Polizistin sich nicht für ihn interessierte. Er sagte, der Polizist hätte sich keine Notizen gemacht.

Am nächsten Nachmittag ging ich zum Polizeirevier und erstattete Anzeige gegen den Fahrer des SUV.
Die gleichen Polizisten vom Vortag versuchten mich davon zu überzeugen, dass ich der Schuldige war, weil ich das rote Auto beschädigt hätte. Ich intervenierte und hielt immer wieder dagegen.
Ich sagte ihnen irgendwann, dass ihre Aufgabe wäre, alles zur Aufnahme des Unfalls und zur Klärung zu erfassen und aufzunehmen. Ich machte ihnen klar, dass der Staatsanwalt darüber befände, wer schuld sei und nicht sie. Ihre Aufgabe sei dies nicht.
Sie nahmen die Anzeige widerwillig auf.
Bevor ich die Aussage unterschrieb, musste sie noch zweimal von den Polizisten geändert werden, weil ich nicht mit deren Bericht zufrieden war.

Der Zeuge meldete sich nach ein paar Tagen bei mir.
Er sagte, die Polizisten seien nochmals bei ihm gewesen.
Er habe ihnen gesagt, dass er davon ausgehe, dass der graue SUV aus der Hofeinfahrt gekommen sei, denn er habe gesehen, dass dieser einige Minuten, nach der die Unfallaufnahme abgeschlossen gewesen sei und alle Beteiligten gefahren seien, wieder in die Hofeinfahrt gefahren sei und dort geparkt habe.
Der Zeuge hat sich auf der mir entgegengesetzten Spur befunden, hatte der Polizei auch gesagt, dass er mich gesehen habe und ich vollkommen korrekt gehandelt hätte.

Ich beauftragte einen Anwalt für Verkehrsrecht mit dem für mich eindeutigen Fall.

Laut meiner Versicherung war klar, dass der Fahrer des grauen SUV die kausalekausal Ursächlich, wegen einer bestimmten Ursache, auf dem Verhältnis zwischen Ursache und Wirkung beruhend Schuld des Unfalls hätte.
Dessen Versicherung konstruierte allerdings ein unrealistisches Bild des Unfalls.
Es wurde mir vorgeworfen, dass ich hätte gar nicht fahren dürfen, weil der graue SUV vorfahrtsberechtigt gewesen sei, da sich auf meiner Seite laut Polizeibericht das Hindernis befunden hätte.
Zudem nahmen sie die Aussage des Zeugen kritisch unter die Lupe und interpretierten es so, dass dieser nicht gesagt hätte, von wo der SUV gekommen sei.
Der Zeuge sagte wiederholt, dass er mir in gewisser Entfernung entgegengekommen sei und die Straße frei gewesen sei. Ich hätte fahren dürfen.
Eine Aussage, die die Polizei aufnahm, lautete: „Ich war perplex, als plötzlich das graue Auto auftauchte vor mir. Vorher war es nicht da. Das hätte ich ja gesehen.“
Daraus wurde verdreht, dass er nicht wusste, woher es kam.
Meine Darstellung, dass ich die Fahrertür des grauen Autos gesehen hatte, weil er aus der Hofeinfahrt auf der rechten Seite herausgeschossen kam, wurde als Ausrede gedeutet. Auch die Tatsache, dass der Fahrer des grauen Autos in dem Haus, zu dem die Hofeinfahrt wohnt, interessierte die Versicherung nicht.
Sie drehte es immer wieder so, als dass ich hätte nicht fahren dürfen.

Ich hatte die Fahrertür des roten Autos beschädigt.
Ich hatte hinter dem schwarzen Auto gewartet. Dieses stand ja von mir ausgesehen vor dem roten.
Dann war ich losgefahren.
Als ich auf Höhe der Fahrertür des roten Autos war, bremste mein Auto selbstständig. Ich verriss allerdings etwas vor Schreck die Spur und beschädigte es.
Das heißt, ich hatte das Hindernis, also die beiden geparkten Autos, zu mindestens fünfzig Prozent überholt.
Laut mehrerer Urteile darf dann niemand mehr von der Gegenseite einfahren beziehungsweise weiterfahren.
Das „rettete“ mich.

Die Versicherung des Fahrers des grauen Autos wollte beweisen, dass ich hätte nicht einfahren dürfen wegen des Hindernisses. Aufgrund des relativ geringen Schadens an dem roten Auto konnte ich beweisen, dass ich nicht schnell gefahren war. Zudem kam hinzu, dass ich schon zu 75 Prozent an dem Hindernis vorbeigefahren war.
Der graue SUV hätte nicht einfahren dürfen.

Es konnte nicht bewiesen werden, ob er wirklich von mir ausgesehen von rechts aus der Ausfahrt kam.
Er schwieg nämlich dazu.
Er hätte aber nicht einfahren dürfen, weil ich schon zu mehr als 50 Prozent an den geparkten Autos vorbei war.
Somit war der Fahrer des grauen SUV der kausale Verursacher des Unfalls.
Seine Versicherung musste den Schaden an meinem und an dem roten Auto zahlen.



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