„Bedingt durch die CoronaCoronavirus Das Coronavirus (SARS-CoV‑2) verursacht eine schlimme Lungenkrankheit (COVID-19), die auch tödlich enden kann.-PandemiePandemie Eine Pandemie bezeichnet eine weltweite kursierende, (hoch) infektiöse Krankheit. haben wir keinen Umsatz mehr“, erzählt Robert und lässt die Schultern hängen, „Wenn die Maßnahmen noch weitergehen, kann ich meinen Laden ganz dichtmachen.“


Mit „dichtmachen“ meint er, dass er sein Restaurant schließen könne.
Dies schiebt er auf die Corona-Pandemie, die ja laut seinem Bekunden schuld an seiner Misere sei.

Sein „Laden“ hat bedingt durch den „LockdownLockdown Der Lockdown bezeichnet eine temporäre, staatlich angeordnete und durchgesetzte Quarantäne für die breite Bevölkerung mit Einschränkungen des öffentlichen Lebens.“ im Frühjahr und nun im Spätherbst keine Einnahmen.
Er bietet zwar Gericht zum Mitnehmen an, doch die werden nicht bestellt oder niemand kommt, um sich etwas nach Hause zu holen.

Dann erzählt er, dass er das Restaurant vor knapp zwei Jahren eröffnet habe. Die Gäste hätten sich nach einem Viertel‑ bis Halbjahr dezimiert.
„Es hat sich nie jemand beschwert“, sagt er, „und die Schnitzel sind immer gut angekommen.“

Er muss sich fragen lassen, warum die Kunden weggeblieben seien.
Das kann er nicht eingehend beantworten. Die Konkurrenz sei stark und die Kunden bevorzugten „Fast Food“, meint er. Das sei auch die Ursache, dass nach einem halben Jahr die Restaurantgäste so gut wie weggeblieben seien.
„Es ist ja so, dass die Leute erst kommen, weil du neu bist, doch dann haben sie dich kennengelernt und das war es dann.“

Der gelernte Kaufmann hat sich vor knapp zwei Jahren einen „Traum“ erfüllt.
Der Hobbykoch, der auf Vereinsfesten Bratwurst und Pommes Frites verkauft hatte, hat sich entschieden, ein schönes, uriges Restaurant zu übernehmen, dessen Pächter in den Ruhestand gegangen waren.
Mit Pommes Frites, Schnitzel‑ und Wurstvariationen hat er versucht, ein Restaurant zu eröffnen.
Das hatte in der Anfangszeit geklappt, weil seine Vereinsfreunde erstmal kamen, dann doch sahen, dass es außer einfachen Gerichten, die zudem keine Herausforderung für den Gaumen waren, nichts herauskam. 

Grillmeister und Koch ist etwas anderes.

In einem Restaurant möchte man eine angenehme Zeit verbringen und etwas Schönes essen, das man sonst nicht bekommt oder was man selbst vielleicht zubereiten kann, aber der Aufwand zu groß ist.
So wie ihn gibt es leider sehr viele: Hobbyköche, die meinen, sie könnten das „große Geschäft“ machen.
Dabei fehlt vielen das gastronomische Hintergrundwissen. Es reicht als Restaurantbetreiber nicht, dass man etwas zu essen anbietet.
Ein Restaurantbesuch muss ein kleines Erlebnis sein; man muss sich wohlfühlen. 

Vor allem darf dort kein Essen angeboten werden, das genauso schmeckt, wie das aus der Imbissstube. Dazu geht man dorthin. Man weiß, welche Qualität einen erwartet.

Die Qualität, die Robert in seinem Restaurant anbietet, ist nicht gerade gut: Dessert aus der Tüte oder gefroren und mit dem Mikrowellenherd erhitzt.
Die Soßen sind dickflüssig, genau wie die Suppen.

Etwas hobbymäßig zu tun, wie Robert als „Grillmeister“ bei Vereinsfesten, ist etwas anderen als wenn man Gastronom oder Koch ist.
Wenn man kein Gefühl für die Materie hat, ist man verloren.

Einfach etwas zusammenkochen ist nicht Gastronomie.

Es gibt leider in Deutschland zu viele von dieser Sorte der Möchtegern-Gastronomen, die aus einer „Bierlaune“ heraus ein Restaurant eröffnet haben und mehr oder weniger dahinsiechen.

Es kann keine Beständigkeit haben, auf niedrigem Niveau zu versuchen, etwas an den Mann oder die Frau zu bringen.

Dazu muss man mehr „auf der Pfanne haben“ als hobbymäßig die Schnellküche zu beherrschen.

Dann ist es armselig und ohne jegliche Selbstkritik, wenn man nach Jahren des „kulinarischen Siechtums“ plötzlich alles auf die Corona-Krise schiebt.

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