Gestern lief „Robin Hood“ im Fernsehen. Es war ein neuer Film von 2018, dessen Regisseur Otto Bathurst sagte, dass er reflektieren wolle, was in der Jetztzeit politisch passiere, um damit der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Das sei seine Intension, anstatt reine Unterhaltung zu präsentieren.

Der Film ist misslungen, nicht nur, was die Gestaltung und Ausstaffierung angeht.

Der Film hält sich nur sehr grob an die Geschichte von Robert von Locksley und Robin Hood. Es geht auch weniger darum, dass die Charaktere authentischAuthentizität Authentizität bedeutet Echtheit und Glaubwürdigkeit im Sinne von Ursprünglichkeit. sind und den Vorlagen des Originals entsprechen. Sie könnten ebenso andere Namen haben. Es würde nicht mal auffallen.
Die Geschichte ist auch noch sehr halbherzig erzählt.

Der Adelige Robin von Loxley nimmt an den Kreuzzügen teil, kehrt aber mit einem Araber, den er John nennt, zurück. Dieser stachelt ihn gegen den Sheriff von Nottingham und den Klerus auf.
Dadurch wird Robin von Loxley – in der Filmschreibweise „Loxley“ – zu Robin Hood.

Bei Feiern und Gelagen gibt es Elemente aus dem MittelalterMittelalter Das Mittelalter ist die Epoche in der europäischen Geschichte zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit, also etwa die Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert., aus Filmen über antike Reiche, wie das römische Reich oder Erzählungen aus der Pharaonenzeit, und der Viktorianischen ZeitViktorianisches Zeitalter Als Viktorianisches Zeitalter wird (in der britischen Geschichte) der lange Zeitabschnitt der Regierung bzw. Herrschaft Königin Victorias von 1837 bis 1901 bezeichnet..

Die Erzählungen und Balladen aus dem 13-ten Jahrhundert, in denen erstmal eine Person namens Robin Hood auftaucht, stellen diesen erst als Räuber und Wegelagerer dar, der Reiche bestiehlt und das Diebesgut den Armen gibt. Erst im 15-ten Jahrhundert wandelte sich diese Figur zu einem Adeligen, der als sein Alter Ego Robin Hood zum „Wohltäter“ – Die Reichen berauben und es den Armen geben. – wird.
Es weist übrigens nichts daraufhin, dass es eine Figur namens Robin Hood jemals real gegeben hatte.

Die Handlung des hier erwähnten Films ist folgende.

Der Adelige Robin von Loxley – nicht Robert von Locksley, wie im Original – verliebt sich in Lady Marian. Dann muss er jedoch an den Kreuzzügen in Arabien teilnehmen und beide verlieren sich aus den Augen.
In Arabien verbünden sich der Araber namens John (!) und Robin von Loxley. Loxley nimmt ihn mit nach England. Der Sheriff von Nottingham treibt bei den Armen Gelder ein. Er will durch Bestechungsgeld erreichen, dass die Kreuzzüge verlängert werden, um daran zu verdienen und seine Macht zu sichern.
So beschließen die beiden nach Johns Aufforderung, Raubzüge zu starten und den Armen das Geld zurückzugeben. Der Sheriff und seine Verbündeten jagen Robin Hood. Irgendwann erheben sich die Minenarbeiter von Nottingham gegen den Sheriff und den Klerus.
Der Sheriff und der Klerus verlieren das Geld und ebenso die Macht.

Die Handlung des Films widerspricht sich sehr oft und eine rote Linie gibt es nicht.
Zwischen den anfänglichen Rivalen und den anschließend Verbündeten gibt es trotz alledem keinen Konsens. Der Zusammenschluss wirkt eher wie eine Zweckehe oder Hassliebe. So gut wie alles ist konstruiert und ohne jeglichen logischen oder erzählerischen Zusammenhang. Von einer Szene auf die andere fanden Veränderungen einfach statt, ohne dass dem Zuschauer klarwird, warum es plötzlich so ist.

Will Scarlet, der eigentlich der zweite Stellvertreter von Robin Hood ist, ist plötzlich ein Politiker, der sich aus dem Arbeiterviertel oder der Bauernschaft stammt und sich hochgearbeitet hat. Er ist erst nicht bereit, seine politische Karriere durch einen Aufstand aufs Spiel zu setzen, dann lenkt er durch das Zureden von Marian doch ein.
Bruder Tuck, der Mönch, arbeitet im Auftrag des Klerus für den Sheriff, sieht aber irgendwann, dass er auf der falschen Seite steht und unterstützt Robin Hood und die Aufständischen.
Auch die Darstellung Robin Hoods in einem Kostüm, das in Ninjafilme passt oder an die Comic-Real-Film-Serie „Green Arrow“ erinnert, wirft Fragen auf.
Die Armbrust, die als robuste und schlagkräftige Schusswaffe in diesem Film gilt, ist von dem Computerspielen „Assassin’s Creed“ entliehen. Die Kostümierung könnte dort auch entlehnt sein.

Der Film zeigt gute Action-Szenen, die Handlung ist langweilig und widersprüchlich.

Empfehlung: Nicht anschauen! 

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