Man könne ja Politikern nicht vertrauen und dass keiner etwas tue, sagen sie den ganzen lieben Tag …

„Die kann man nicht wählen“, „Die machen sowieso nur, was sie wollen“, „Sie halten ihre Versprechen nicht ein“ argumentieren sie.
Sie schimpfen und schimpfen über die Politiker, die sich nur selbst bereichern, die unehrlich sind und ihre Wähler – „uns“ – belügen.

Sie lassen ihrem Unmut freien Lauf, besonders in den sozialen Onlinenetzwerken. Sie machen Stimmung gegen „die da oben“.

Nun versuche ich, mit ihnen ins Gespräch und frage sie, worüber sie sich denn gerade aktuell aufregen und was sie meinen, könne man besser machen.
Als Antwort kommen die oben genannten Phrasen und Floskeln, in diesem oder anderem Wortlaut.

Sie sind politik‑ und politikerverdrossen und resignieren, weil „man“ nichts tun kann. Sie schimpfen aber, was falsch läuft und dass es falsch läuft.

Momentan findet in Böblingen der Parteitag der AfD statt. Im Vorfeld wird darüber Unmut geäußert, über die „Nazis“ und „Faschisten“. Und natürlich, dass diese verboten gehörten und dass man ihnen zeigen solle, dass sie „hier“ nicht hingehörten.

„Warum geht Ihr denn nicht einfach zur Kongresshalle und schließt Euch den Demonstranten an? Ihr kommt doch aus Böblingen.“
„Wir wollen mit den Nazis nix zu tun haben.“
„Das ist mir schon klar. Ihr geht doch samstags zum Wochenmarkt und könntet dann kurz die paar Meter um die Ecke gehen und Präsenz zeigen, damit die Nazis sehen, dass Böblingen sie nicht will. Wir können uns ja dort treffen, wenn Ihr Euch nicht alleine traut.“

Man kann diese notorischen Motzer nicht auf sowas festnageln.

Die, die von den Politikern fordern, dass diese ihren Worten Taten folgen lassen, lassen ihren Worten selbst keine Taten folgen.

Die Ausreden sind genauso vielfältig wie ihre Schimpftiraden, nicht minder aggressiv und inhaltslos.

Sie wollen, dass andere etwas machen, aber sie sind nur faul und feige.
In den sozialen Onlinenetzwerken können sie sich austoben und feiern, wie „politisch“ aktiv sie sind, doch außerhalb im realen Leben scheitern sie schon im Ansatz.

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