Der Begriff „Fast-Fashion“ ist relativ neu und bezeichnet das permanente Bestellen und Kaufen von vermeintlich hochwertiger und moderner Kleidung. „Fast-Fahion“ spielt damit auf das Wegwerfen von Rohstoffen wie Verpackungen bei „Fast-Food“ an.

Pro Jahr werden auf der ganzen Welt etwa 120 milliarden Kleidungsstücke produziert. Wenn man diese auf die Erdbevölkerung umrechnet, würde sich jeder Mensch jedes Jahr 15 Kleidungsstücke kaufen. Dies ist ein theoretischer, statistischer Wert, da man bedenken muss, dass in reichen Ländern mehr und in armen weniger gekauft wird.

In der sogenannten „westlichen Welt“ ist „Mode“ beziehungsweise „Fashion“ für viele Menschen sehr wichtig. Sie wollen „up to date“ bleiben, und niemand solle sagen, dass sie nicht „mit der Mode“ gehen.
Es hat solche grotesken Züge angenommen, dass neu gekaufte – vermeintlich „moderne“ – Kleidungsstücke im Durchschnitt nur 1,7‑mal getragen werden, bevor sie entsorgt werden oder als sogenannte „Schrankleiche“ verschwinden.
Kurioserweise landen vierzig Prozent der gekauften Kleidungsstücke sowieso mit Etiketten in den Schränken und Schubladen, ohne dass sie überhaupt jemals getragen wurden oder werden.

Ironischerweise könnte man sagen: „Ich habe viel Mode in meinen Schränken.“.

Rund ein Drittel aller Befragten gab in dieser Umfrage an, in einem durchschnittlichen Monat 50 € bis unter 75 € für Kleidung auszugeben. Weitere große Anteile der Befragten gaben monatlich im Durchschnitt über 100 € oder sogar über 125 € aus.
Bezüglich Mode gaben die Befragten an, dass ihnen Sonderangebote wichtig seien. Der Anteil der Befragten, welche sich nach einem Sonderangebot richten, steigt kontinuierlich an. Die Relevanz des Kaufpreises übertrifft damit für die Konsumenten auch die Relevanz von Marken als Kaufkriterium für neue Kleidung.

Zitat aus einer diesbezüglichen Marktforschungsstudie von Statista, 2017 – 2019

Im schnelllebigen Modemarkt haben sich auch andere Erscheinungsformen von „Kollektionen“ etabliert, um den Umsatz anzukurbeln.
Gab es vor einigen Jahren pro Quartal eine Kollektion, präsentieren manche Bekleidungsgeschäfte im Wochenturnus neue sogenannte „Mini-Kollektionen“. Dies basiert einerseits darauf, dass die Kleiderständer auf den Verkaufsflächen verschoben werden und der Kunde in die Irre geführt wird. Andererseits wird auf den Webseiten der Bekleidungsunternehmen geheuchelt, etwas anderes wäre momentan gerade „in“ im Gegensatz zu dem von der Woche davor.
Was genau eine sogenannte „Mini-Kollektion“ sein soll, können die Bekleidungsunternehmen allerdings nicht wirklich definieren, denn einmal sind es neue Accessoires, dann wieder Kleidungsstücke. Der Begriff ist also sehr ungenau und nicht klar umrissen.

Dies alles zielt nur darauf hinaus, möglichst viel in kürzester Zeit umzusetzen und vor allem Konsumenten dazu zu bringen, immer mehr und mehr mit einem „guten Gefühl“ zu kaufen.

Das „gute Gefühl“ soll damit bestärkt werden, dass die „Mode“ nachhaltig produziert wird und auch wiederverwendet wird.
Bei den Labels und Zertifizierungen hat der Konsument allerdings so gut wie keine Chance, überhaupt durchzublicken, was wann wo mit ausgemusterter Kleidung wirklich geschieht.
„Recycelte Kleidung“ bedeutet bei den meisten Produzenten nur, dass in den neuen Sachen ein Anteil – zum Beispiel 25 Prozent – aus wiederverwendeten Fasern enthalten ist. Da die meisten Stoffe synthetischer Herkunft sind, kann man davon ausgehen, dass es schon ausreicht, wenn zum Beispiel zur Produktion eines Pullovers ein paar zerschredderte Einweg-Plastik-Flaschen verwendet wurden, um die Fasern zu gewinnen.

Bei manchen Unternehmen kann man alte Kleidung abgeben, die dann dem „Recycling“ zugeführt wird.
Suspekt wird es, wenn man sich anschaut, wohin die ausgemusterte Kleidung geht.
So gut wie nie wird etwas dem „Kreislauf“ wieder zugeführt.
Einiges wird an Second-HandSecond-Hand „Second-Hand”  („Zweite Hand”) bezeichnet gebrauchte Ware wie Bekleidung, Schmuck, Gebrauchsgegenstände, Autos und vieles mehr.-Läden oder –Börsen verkauft. Das meiste wird jedoch geschreddert oder kleingeschnitten und als Putzlappen „wiedergeboren“.
Vieles wird leider auch verbrannt oder wird als Brennmaterial abgegeben oder verkauft.

Zieht man nun Resümee, sehen die „Ökobilanzen“ im Bekleidungssektor, insbesondere in der „Fast-Fahion“, erschreckend aus.
„Recycling“ bedeutet bei denen, dass irgendwas „recycelt“ wurde. Man weiß nicht, ob alte Kleidung als Rohstoff von neuer gedient hat (wohl eher nicht). Als Rohstoff für die Kleidung könnte auch eine eingeschmolzene Suppenterrine aus Plastik hergehalten haben.
Ebenso ist schlimm, was mit der abgegebenen Kleidung passiert.
„Recycling“ und „Nachhaltigkeit“ bedeutet nicht, dass man die abgetragene Kleidung einsammelt und sie irgendwo lagert oder verbrennt.
Man muss aber auch den Konsumenten eine Rüge erteilen.
Würden sie sich nicht auf das „immer mehr“ einlassen, sähe alles ganz anders aus.
Die sogenannten „InfluencerInfluencer Als Influencer werden Personen bezeichnet, die Inhalte (Texte, Bilder, Sprachbeiträge und Videos) zu einem Themengebiet in hoher Frequenz veröffentlichen und damit eine soziale Interaktion initiieren. Meist sind die Inhalte werbefinanziert.“ gehören aber auch zu den „Treibern“.
Würden sie sich zurückhalten, wäre auch allen geholfen, zumindest ein bisschen.

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