„Schaust Du mal“, sagt die junge Erwachsene und streckt ihre Zunge heraus, „meine Zunge kribbelt und das kommt davon, weil ich gerade Kiwi gegessen habe. Mein Vater hat eine Allergie dagegen.“

Auf der Zunge ist nichts zu sehen, was zu erwarten war, doch das Gegenüber hat anscheinend nicht richtig hingeschaut.
Auch die Argumentation, dass Allergien nicht vererbbar sind, wird dadurch „widerlegt“, dass es Kinder gäbe, bei denen man so etwas beobachtet hätte.

„Bei dieser kleinen Menge kann keine allergische Reaktion stattfinden und Du hast gerade erst das klitzekleine Stück gegessen. Das funktioniert nicht so schnell. Die Reaktion kommt nicht in dem Moment, in dem Du den Kiwi in den Mund gelegt oder heruntergeschluckt hast.“

Die Ad-Absurdum-Diskussion endet dann damit, dass einem vorgeworfen wird, dass man die Probleme nicht ernstnehme.

In der Regel wird dann bei „Doktor Google“ gefragt, welche allergische Reaktion Kiwi hervorrufen kann und zufälligerweise passt ein Bericht und – siehe da – es gibt Leute mit Kiwi-Allergien, nicht nur den Vater.

Quot erat demonstrandum.

Szenarien werden an die Wand gemalt von sich im Todeskampf befindenden Menschen, deren angeschwollene Zungen wie Walfische aussehen. Sie wälzen sich panikhaft auf dem Boden hin und her und ersticken grausam.

Selektive (Selbst‑) Wahrnehmung mit Aufmerksamkeitsdefizit!

Das Argument, dass die „Allergikerin“ vor ein paar Tagen Kiwi ohne darauffolgende Reaktionen gegessen habe, verhallt im Tal der Existenzangst. Genauso ist obsolet, dass man ein paar Minuten vorher etwas gegessen habe, was sehr heiß war und man sich möglicherweise die Zunge daran verbrannt habe, ändert nichts.

Auch nach einer halben oder ganzen Stunde ist auf der immer wieder herausgestreckten Zunge nichts zu sehen.
In Abständen von Minuten muss man sich die Zunge anschauen, weil die „Allergikerin“ sich nicht wohlfühle, wie sie meint.

Argumente sind nutzlos!

Kein Gegenargument zählt …

Das Komische ist, dass die „Allergikerin“ am nächsten Tag trotzdem lebt.

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