Gestern lief wieder eine Folge von „Rosins Heldenküche – Letzte Chance Traumjob“. Sternekoch, Restaurant-CoachCoach Jemand, der Klienten berät und betreut („coacht”), um deren berufliche Potenziale zu fördern und weiterzuentwickeln und Fernsehkoch Frank Rosin versucht, Leuten, die keine Ausbildung bekommen haben, die Chance zu geben, Köche zu werden.

Auch in der dritten Folge ging es wie in den beiden vorigen heiß her.
Die „Problemkinder“ hingen in ihren Hamsterrädchen fest. Nichts lief wirklich rund.

Obwohl die Kandidaten sich langsam besser kennengelernt haben und langsam beginnen, sich zu vertrauen und zu respektieren, gab es eine minderschwere „Schlägerei“.
Was genau passiert war und weswegen einer der Kandidaten laut eigenen Aussage „eine Faust bekommen“ hatte, wurde in der Folge nicht klar.
Die anderen Kandidaten sprachen davon, aber auch in diesen Dialogen kam nichts Nützliches oder Wissenswertes darüber heraus. Die Schlägerei wurde ab und zu wieder thematisiert, aber nichts kam heraus.
Der Schläger flog heraus.

Weiter ging es mit etwas Lebensmittelkunde bezüglich Gemüse.

Ohne dass es überraschend war, kam die Zu-spät-Kommende wieder zu spät, musste ein persönliches Gespräch mit Rosin führen, bekam auch Ärger mit ihren Teamkollegen, was sie aber mit unflätigen Kommentaren abwies und sich als Opfer inszenierte. Sie war anscheinend in einen falschen Zug gestiegen, konnte ein Handy-Video von sich vom Bahnsteig schicken an die anderen, hatte aber kein Geld (mehr) auf ihrer Telefonkarte, sodass sie Frank Rosin nicht anrufen konnte, um ihm Bescheid zu sagen oder sich zu entschuldigen.

Ein Mädchen melde sich ab, da sie jeden Tag zweimal drei Stunden Fahrt hatte, drei Stunden hin und drei wieder zurück. Man konnte sehen, dass sie psychisch und physisch mitgenommen war.
Eine Kuriosität ergab sich, als sie von ihrem „Leiden“ erzählte. Da sie ja kaum Schlaf finde, erzählte sie, sie schlafe im Zug. Das war verständlich.
Allerdings!
Sie wurde immer wieder von Passanten und der Bundespolizei angesprochen, weil sie einen Schlafanzug trug.
Für das Mädchen war es vollkommen klar, dass sie einen Schlafanzug trug. Wenn man schlafen geht, zieht man den Schlafanzug an.

Dann kam die „ChallengeChallenge Ein Wettbewerb oder eine Herausforderung“.
Die Kandidaten, die aus verkrachten Familienverhältnissen kommen, musste ihre Familienangehörige bekochen, damit diese sehen, was sie alles können und vor allem wollte man zeigen, wie die Kandidaten ihr Leben ändern wollten.
Traurig war, dass nur insgesamt vier Personen kamen.

Während des Tages kam es zu einem riesigen Ärger untereinander und mit Frank Rosin, der nicht mehr Herr der Lage war und am liebsten alles hingeworfen hätte.
Bei diesem Ärger ging es nicht um die Schlägerei, sondern um eine Kandidatin, die ein Ein-Tage-Praktikum bei einem Sternekoch in Berlin absolviert hatte.
Rosin konnte nicht verstehen, dass manche von seinen „Küchenhelden“ mit der Essenszubereitung beschäftigt waren und dies nicht unterbrechen wollten.
Dann bekam er seinen „Ausrasten“ wegen Respektmangels der anderen der Praktikantin gegenüber.

Wie ich schon befürchtet hatte, wird Rosin irgendwann bemerkt haben, dass man nur mit guten Willen nicht weiterkommt. Die Kandidaten, die eine Chance bekommen, aus ihrer prekären Situation herauszukommen, haben sich über Jahre in ihrer Situation befunden und schaffen es nicht, oder wollen es nicht schaffen, sich davon zu befreien. 

Was mich an der Serie interessiert, ist das psychologische und soziologische Verhalten und die Interaktion nicht nur der Kandidaten untereinander, sondern auch mit Frank Rosin.
Da ich auch bei einem Fachdienst für Integration gearbeitet hatte und ähnliche Strukturen erlebt habe, kann ich nachvollziehen, wie sich die Akteure fühlen und was passiert.

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