Der Ravensburger Verlag hat Bücher aus der Kinderreihe „Der junge Winnetou“ aus dem Programm genommen und zurückgezogen.
Dies ist geschehen, weil es Kritik gab, dass in den Büchern kulturelle RessentimentsRessentiment Auf Vorurteilen basierend, einem Gefühl der Unterlegenheit, Neid und ähnlichem beruhende gefühlsmäßige, oft unbewusste Abneigung und stellenweise rassistische StereotypenStereotyp Ein Stereotyp ist eine Beschreibung von Personen oder Gruppen, die einprägsam und bildhaft ist und Sachverhalte und Verhaltensweisen vereinfacht. Klischees (und Vorurteile) tauchen bei Stereotypen immer wieder auf. auftauchen.

Dazu muss man allerdings wissen, dass die Originalvorlagen für die Kinderbücher aus dem 19. Jahrhundert stammen.
Karl May, der Original-Autor, war niemals in Amerika gewesen und hatte auch nie Cowboys, Trapper oder Indianer getroffen, bevor er seine bekannten Bücher verfasste.
Die Geschichten, die im sogenannten „Wilden WestenWilder Westen Eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Gebiete der USA, die in der „Pionierzeit” des 19. Jahrhunderts noch nicht als Bundesstaaten in die USA aufgenommen waren.“ spielen, drehen sich um den Indianerhäuptling Winnetou, seinen (weißen) Freunden wie Old Shatterhand, Old Firehand und um Siedler und Trapper.
Karl May benutzte Reiseberichte, Zeitungsartikel und Dokumentationen über den „Wilden Westen“, um seine Bücher zu schreiben.

Im 19. Jahrhundert, in dem die Bücher entstanden, gab es Vorbehalte vor anderen Kulturen. Sie galten als „ablehnenswert“ und als minderwertig gegenüber der Kultur in Europa, aus der viele der Siedler stammten. Es fehlte zu dieser Zeit die Toleranz gegenüber anderen Lebensweisen und Lebensarten.

Diese Vorbehalte enthalten auch die Geschichten Karl Mays.
Für die Siedler in Amerika ist es selbstverständlich, dass sie sich eine Existenz in der Steppe aufbauen.
Sie bauen Häuser, graben nach Bodenschätzen, züchten Vieh und vieles mehr.
Dabei geraten sie immer wieder mit den Ureinwohnern – den Indianern – in Konflikt, weil diese die Eindringlinge vertreiben möchten, da sie sich auf ihrem Gebiet breitmachen.
Winnetou ist ein edler Häuptling, der zusammen mit seinen Freunden die Konflikte löst.
Dabei treffen sie größtenteils auf skrupellose Geschäftsmacher, die die Indianer ermorden und sie mit Intrigen gegeneinander aufhetzen.
Diese Bilder tauchen in den Karl-May-Büchern immer wieder auf.
Zum Schluss geht aber alles gut aus.

Im Vorwort der Bücherreihe wird darauf eingegangen, was aber vielen nicht ausreicht.
Es wird auch von „kultureller AneignungKulturelle Aneignung Von kultureller Aneignung spricht man, wenn sich Mitglieder einer weißen dominanten Mehrheitsgesellschaft an Elementen einer Kultur bedienen und/oder sogar bereichern, deren Angehörige sie systematisch unterdrückt haben. Wenn weiße Personen  Dreadlocks tragen, ist dies Kritikern zufolge respektlos gegenüber dem Befreiungskampf schwarzhäutiger Menschen.“ gesprochen.

Von kultureller Aneignung spricht man, wenn sich Mitglieder einer weißen dominanten Mehrheitsgesellschaft an Elementen einer Kultur bedienen und/oder sogar bereichern, deren Angehörige sie systematisch unterdrückt haben. Wenn weiße Personen etwa DreadlocksRasta-Locken Rasta-Locken oder Dreadlocks sind Strähnen verfilzter Kopfhaare. Diese können sich selbst entwickeln, wenn das Haar für eine längere Zeitperiode nicht gekämmt, geschnitten oder rasiert wird. Die Verfilzung wird meistens künstlich herbeigeführt. tragen, ist dies Kritikern zufolge respektlos gegenüber der Black-Hair-Bewegung und dem Befreiungskampf schwarzhäutiger Menschen.

In der Schweiz fand in Bern in einer BrasserieBrasserie Eine Brasserie ist in der Gastronomie eine besonders in Frankreich übliche Form der Gaststätte, zum Teil mit angegliedertem Brauhaus, in der Speisen und Getränke zum dortigen Verzehr angeboten werden. ein Konzert statt, das wegen Beschwerden abgebrochen wurde. Der Vorwurf gegen die Musiker war, dass die Band aus fünf weißen Männer bestehe, von denen welche RastalockenRasta-Locken Rasta-Locken oder Dreadlocks sind Strähnen verfilzter Kopfhaare. Diese können sich selbst entwickeln, wenn das Haar für eine längere Zeitperiode nicht gekämmt, geschnitten oder rasiert wird. Die Verfilzung wird meistens künstlich herbeigeführt. trügen. Sie seien nicht „berechtigt“, ReggaeReggae Reggae ist heute eine der bedeutendsten Stilrichtungen der populären Musik, die ursprünglich aus Jamaika stammt. Sie entstand dort Ende der 1960er-Jahre und verbreitete sich nach und nach weltweit. zu spielen.
Die, die sich beschwerten, brachten das Wort „KulturaneignungKulturelle Aneignung Von kultureller Aneignung spricht man, wenn sich Mitglieder einer weißen dominanten Mehrheitsgesellschaft an Elementen einer Kultur bedienen und/oder sogar bereichern, deren Angehörige sie systematisch unterdrückt haben. Wenn weiße Personen  Dreadlocks tragen, ist dies Kritikern zufolge respektlos gegenüber dem Befreiungskampf schwarzhäutiger Menschen.“ ins Spiel.

Bei Winnetou ist es eben so,
Es wurde Karl May und den Verfassern der neuen Bücher vorgeworfen, dass die Weißen die Indianer unterdrückt haben und sich deren Kultur nun „aneignen“ würden.

Bei den Wild-WestWilder Westen Eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Gebiete der USA, die in der „Pionierzeit” des 19. Jahrhunderts noch nicht als Bundesstaaten in die USA aufgenommen waren.-Geschichten von Karl May handelt es sich allerdings um Fantasien, wie Karl May sich anhand von Berichten et cetera die Indianer und deren Abenteuer im Nordwesten Amerikas vorgestellt hat.
Er kritisiert nicht explizit die Unterdrückung der Indianer, weil es ihn möglicherweise auch nicht interessiert hat oder vielleicht nicht bewusst war. Es kann auch sein, dass er es einfach nicht wollte.
Bei den Personen, die in seinen Büchern auftauchen, handelt es sich zum großen Teil um Schwarz-Weiß-Eingruppierungen. Sie sind entweder generell gutartig oder bösartig, dazwischen gibt es so gut wie keine Abstufungen.
Der Indianer ist heroisch und lässt sich durch die Siedler erstmal übers Ohr hauen.
Bei den Siedlern gibt es viele Bösewichte, die versuchen, die Indianer zu betrügen oder ihnen Reichtümer abzuluchsen. Dabei gehen sie oft über Leichen.
Winnetou, Old Shatterhand, Old Firehand, Old Surehand und Freunden gelingt es aber nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Bösewichte zu besiegen und wieder Frieden herzustellen. 

Die Indianer gelangen immer wieder ins Hintertreffen, weil sie naiv sind und den Bösewichten erstmal Glauben schenken und deren vermeintliche Freundschaft annehmen.
Sie rechnen wohl auch nicht damit, dass die Siedler sie zu Anfangs umgarnen, um sich als „gute Partner“ darzustellen. Dass die „Bösen“ sie in die Bredouille gebracht haben, merken sie erst, wenn es fast zu spät ist.
So kann es passieren, dass die üblen Geschäftemacher einen Häuptlingssohn ermorden, und dies Winnetou und seinen Freunden in die Schuhe schieben, um von sich und ihren miesen Machenschaften abzulenken.
Winnetou und seine Freunde bekommen den Hass der Stammesangehörigen zu spüren.
Am Ende der Geschichten können Winnetou und seine Freunde aber ihre Unschuld und die Schuld der Intriganten und Geschäftemacher aufdecken.
Die Bösewichte bekommen ihre „gerechte Strafe“.

Man sollte erklären, warum die Handlungen, die aus der Sicht der Jetztzeit Befremdlichkeiten auslösen können, entstanden sind.
Man kann die Entstehung und die Zeit, in der sie entstanden sind, erklären. Dann sollte eigentlich alles klar sein und man kann die Geschichten und Berichte richtig einordnen und verstehen.
Das Problem dabei ist aber, dass die „Moralaposteln“ immer wieder etwas Negatives finden.

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