Wenn sich Journalisten treffen, kommen sie irgendwann auf kuriose Geschichten, die ihnen erzählt wurden oder die sie selbst erlebt haben. Mir fiel eine Geschichte aus meinem Heimatort ein, die allerdings schon über zwanzig Jahre zurückliegt.

Die ortsansässige Zeitung berichtete über einen Unfall.

Eine Frau war mit ihrem Auto in ein Reisebüro geraten und hatte die Schaufensterscheibe sowie einiges der Inneneinrichtung dabei zerstört.

Dies ist eine ganz normale Zeitungsmeldung, doch die Frau behauptete, sie sei deswegen in das Reisebüro gefahren, weil sie sich über einen Hund erschrocken habe, der das ihr entgegenkommende Auto gefahren habe.

Die Frau ging nicht von ihrer Aussage ab, dass es genauso passiert war.

Man kann sich denken, dass diese Meldung in aller Munde war und sich viele eine Meinung über die Frau gebildet hatten. Man sprach davon, dass dies eine dumme Ausrede gewesen sei oder dass die Frau Halluzinationen gehabt hätte. Zumindest bestätigte man ihr eine „rege Fantasie“. 

Die Verunfallte ließ sich aber von ihrer Darstellung nicht abbringen.

Der Fall kam vors Gericht.
Die Frau wurde schuldig gesprochen und ihre Versicherung musste den Schaden begleichen.

Jeder war davon überzeugt, dass die Frau nur nicht zugeben wollte, dass sie die Verursacherin des Unfalls gewesen sei, um in der Autohaftpflichtversicherung nicht hochgestuft zu werden.

Ein bis zwei Wochen nach der Zeitungsmeldung über die Urteilsverkündung passierte etwas, womit niemand gerechnet hatte.

Eine Person meldete sich bei der Polizei.
Diese kam aus England und hatte vor einigen Wochen Verwandte besucht.

In England fahren die Autos auf der linken Straßenseite und haben das Lenkrad deswegen auf der rechten Seite.
Der Engländer, der zu Besuch war, hatte auch seinen Hund, einen Labrador, dabei gehabt.
Dieser saß immer gerne neben seinem Herrchen beim Autofahren auf dem Beifahrersitz, der sich auf der linken Seite befindet.

Nun erscheint die Situation völlig anders.

Die Verunfallte fährt durch die Innenstadt und ihr kommt ein Auto entgegen, auf dessen „Fahrerseite“ – links – ein großer Hund sitzt.
Sie sieht das und ist für einen kleinen Moment irritiert und abgelenkt.
In diesem Moment hat sie die Kontrolle über ihr Auto verloren.

Wer denkt in so einer Schrecksekunde daran, dass einem ein Auto aus England entgegenkommt!

Manchmal passieren kuriose Dinge, die sich auf eine ganz „einfache“ Weise lösen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gedanken