In Koblenz hat eine Apotheke Corona-Globuli hergestellt und verkauft.
Die Aufsichtsbehörde hat den Verkauf gestoppt und diesen „vorerst“ verboten.



Wie die Inhaberin der Apotheke schilderte, habe sie Nachfragen nach einem diesbezüglichen homöopathischen Mittel bekommen.
Sie habe sich Reste aus weggeworfenen Impfampullen aus einer Impfstation besorgt und habe dieses Homöopathikum selbst hergestellt und vertrieben.
Angeblich habe sie es einige dutzendmal verkauft.

Die Globuli – kleine Kügelchen – wurden laut Apothekerin in der Potenz D30 produziert.

Nun muss man wissen, wie Homöopathika hergestellt werden.

Das Ausgangsmaterial soll Comirnaty, der Impfstoff von BioNTech/Pfizer, gewesen sein.

Das Ausgangsmaterial muss die Apothekerin wohl irgendwie aus den Ampullen heraustropfen lassen oder mit einer Pipette herausgenommen haben.
Um eine Potenz von D30 herauszubekommen, tut man Folgendes.
Das Ausgangsmaterial wird mit neun Teilen von Wasser oder Alkohol verdünnt. So entsteht eine Verdünnung, im Homöopathenjargon „Potenzierung“ oder „Potenz“ von 1 zu 10.
Ⅾ steht für Dezimal, also 10-er-Potenz, also 10 hoch ⅹ.
Dies zehnfach verdünnte Gemisch wird nun zehnmal in Richtung des Erdmittelpunktes auf ein Kissen geklopft. Dann werden neun Teile davon abgegossen
Dann wird wieder verdünnt, geklopft, abgegossen und so weiter.
Diese Prozedur – Verdünnen, Klopfen, Abgießen et cetera – wird insgesamt dreißigmal wiederholt, immer auf die gleiche Weise.
Wenn dieser Vorgang fertig ist, wird diese superverdünnte Lösung auf Zuckerkügelchen gegeben.

Die Sinnhaftigkeit des Klopfens kann übrigens kein Homöopath erklären.
Es gehört dazu.

Nun sollen also die Globuli gegen Corona/Covid-19 helfen …

Das funktioniert aus Sicht der Homöopathie schon nicht.
Laut des „Ähnlichkeitsprinzips“ der Homöopathie kann nur „etwas durch ähnliches geheilt werden“.

Dem Erfinder der Homöopathie, Samuel Hahnemann, war aufgefallen, dass Chinarinde, wenn man sie zu sich nahm, ähnliche Symptome verursachte wie Malaria. Da er Chinarinde im Selbstversuch zu sich nahm und dies an sich bemerkte, schlussfolgerte er, dass man Chinarinde nur verdünnen müsse, damit sie Malaria besiegen könnte. Er kam auf die Verdünnung, weil er meinte, dass der Organismus kleine Teile besser aufnehmen könne und weil man durch Verdünnung nur die „Essenz des Mittels“ erhielte.

Wenn man ein Impfmittel zu sich nimmt, verhindert dies ja die Krankheit.
Nimmt man nun Corona-Globuli, wirken diese gegen die Impfung, also gegen das, was sie bewirkt.
Man hätte also Corona-Viren nehmen müssen, denn diese führen ja zu den Beschwerden. Dies hätten potenziert werden müssen. Dann wäre das „Ähnlichkeitsprinzip“ gewährt.
Wenn man nun beim „Ähnlichkeitsprinzip“ bleibt, könnte man auch etwas suchen, was ähnliche Lungenbeschwerden wie Covid-19/Corona verursacht.
Nikotin kann die Lunge kaputtmachen und verursacht ähnliche Problem wie Corona/Covid-19.
Man könnte also Nikotin potenzieren und dies als „Heilmittel“ (oder „Impfmittel“) dagegen verabreichen.

Physikalisch und chemisch gesehen, kann übrigens in Globuli kein Wirkstoff sein, denn die Avogadro-Konstante und die Losschmidtsche Zahl bedingen, dass in Globuli kein Wirkstoff mehr enthalten sein kann.
In einer Molmasse kann es nur ca. 6,023 mal 10 hoch 23 Teilchen geben.
Diese Potenz hieße D23.
Die Globuli der Apothekerin waren aber mit D30, also 10 milliarden (10 hoch sieben) mal mehr verdünnt.
Dann auf Globuli aufgetragen, was auch noch mal potenziert.

Das rheinland-pfälzische Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung als Apothekenaufsicht teilte am Freitag mit, man prüfe, ob gegen arzneimittelrechtliche oder sonstige Vorschriften verstoßen wurde.
Das ist ein dummes Argument.
Man hätte sagen können, das Homöopathika nicht wirken, weil sich darin kein Wirkstoff befindet.

Die Gabe der Corona-Globuli solle angebliche Nebenwirkungen vom Impfstoffen mildern. Hier widerspricht sich die Apothekerin wider selbst. Denn – wie oben gesehen – würden die Corona-Globuli das Impfmittel außer Kraft und außer Funktion setzen.

Homöopathen und deren Gläubigen relativieren irgendwann übrigens immer ihre Argumente.

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