Gestern seilten sich bei Oberaichen Personen von einer Brücke auf die Autobahn A8 ab. Anlass war der bundesweite Tag zur Mobilitätswende.
Auf der Autobahn entstanden kilometerlange Staus in beide Fahrtrichtungen.

Ist so eine Aktion zielführend?

Deutschland und viele andere Länder stehen momentan in der sogenannten „Transformation“ weg von umweltverpestenden Verbrennungsmotoren hin zu Elektromotoren bei Fahrzeugen.
Der sogenannte „Tag zu Mobilitätswende“ soll dieser stellenweise langsam voranschreitenden „Wende“ einen Schub verpassen.
Um dies zu tun, seilen sich nahe dem Flughafen Stuttgart Personen von einer Brücke auf die Autobahn herab. Auf der Brücke hängt ein Transparent mit der Aufschrift „Mobilitätswende JETZT“.
Was die selbstdeklarierten „Aktivisten“ gemacht haben ist „gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“, weswegen die Polizei, die vor Ort war, diese Personen angezeigt hat.

Zielführend ist diese Aktion keinesfalls. Sie führt zu erbosten Autofahrern, die auch stellenweise zum Flughafen mussten und zu spät kamen.
Die sogenannte „Mobilitätswende“ ist bitter notwendig,denn der Verkehrskollaps ist schon seit Jahren da und verschlimmert sich.
Fahrgemeinschaften macht so gut wie niemand.
Meine Gattin und ich haben ein Auto abgegeben, weil wir uns überlegt haben, ob es wirklich notwendig ist, dass wir beide eins haben. Es funktioniert. Wir bringen uns gegenseitig zur Arbeitsstelle und haben zudem noch eine niedrigere Steuerlast als vorher. Die zwei Autos, die wir vorher hatten, haben sich so gut wie nie rentiert. Eins hat im Nachhinein außer ein paar Ausnahmen gelohnt.
Zudem schützen wir die Umwelt, indem wir uns genau überlegen, wohin wir fahren müssen. Auch benutzen wir jetzt den „Öffentlichen Personennahverkehr“ für manche Wege.
Wir leisten auch etwas, um den Verkehrskollaps abzumildern, indem zumindest ein Auto weniger auf den Straßen unterwegs ist.

Zusammen mit der „Energiewende“ ist die „Mobilitätswende“ sehr wichtig.
Wenn man darüber nachdenkt, welche Kreise die sogenannte „Transformation“ in der Automobilindustrie schlägt, kann man nur den Kopf schütteln.
Kobalt und AlkalimetalleAlkalimetalle Alkalimetalle sind die chemischen Elemente Lithium, Natrium, Kalium, Rubidium, Caesium und Francium. werden in Dritt-Welt-Ländern unter menschenverachtenden Bedingungen gewonnen. Aber Afrika ist ja weit weg und man sieht es nicht wirklich, wenn man aus dem Fenster des Elektroautos schaut.
Auch die Gewinnung und Verarbeitung der für Autobatterien und –akkus ist sehr umweltschädigend. Aber auch die Leute, die diese gewinnen, werden damit belastet, weil in diesen Ländern kaum Arbeitssicherheitsmaßnahmen angewandt werden.

Die selbstdeklarierten „Aktivisten“, die sich gestern von der Autobahnbrücke abgeseilt haben, ändern an dieser Blinde-Augen-Politik rein gar nichts.

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