Heute findet in Stuttgart anscheinend eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen statt. Organisatoren sind die selbst deklarierten „Querdenker“. Ich hatte mir überlegt, ob ich mich akkreditieren sollte, doch habe mich dagegen entschieden.

Es ist davon auszugehen, dass so gut wie niemand von den Demonstranten einen Mund-Nase-Schutz trägt. Das hieße, man setzt sich einem hohen Infektionsrisiko aus.

Es ist weitreichend bekannt, dass die „Querdenker“ dies tun, um beweisen zu wollen, dass die Corona-Pandemie angeblich so harmlos ist wie eine Erkältung. Der Argumentation mit dem „Beweis“ ist übrigens nicht nachvollziehbar.
Sie lassen aber außer Acht, dass Erkältungsviren nicht das gleiche sind wie aggressive und hochinfektiöse Corona-Viren.

Um mich selbst zu schützen, verzichte ich also darauf.

Das nächste Argument, ist, dass man eine „Presseerklärung“ der „Querdenker“ unterzeichnen und mit sich führen muss.

Diese „Presseerklärung“ beginnt explizit damit, dass der Sender SWR und die Tagesschau sowie „Zeit online“ abgelehnt werden, weil sie in den Augen der „Querdenker“ nicht objektiv berichten. Diese werden also von vornherein ausgeschlossen, was bedeutet, dass Reporter dieser Medienunternehmen nicht gewollt sind.

Da radikale Demonstranten sich oft mit Pressevertretern anlegen und diese malträtieren, haben sich die „Querdenker“ etwas Neues ausgedacht.

Pressebegleiter.

Vornehmlich sagen sie, dies diene zum Schutz der Pressevertreter.
Gleichzeitig machen sie aber klar, dass sie die Pressevertreter herumführen, um zu zeigen, wo es sich lohnt zu berichten.

Dieses „betreute Berichten“ ist einer (Vorab‑) Zensur gleichzusetzen, da man nur das berichten darf beziehungsweise soll, was die „Querdenker“ wollen.

Man kann ja immer mit den Pressevertretern dorthin gehen, wo man will und sie irgendwo von abhalten, indem man behauptet, hier und dort wäre es zu gefährlich oder nicht berichtenswert.

Kurios ist übrigens die sogenannte „Presserklärung“ der „Querdenker“.
Die Darstellung, dass man bestimmte Pressevertreter nicht wolle, wirkt mit den „Pressebegleitungen“ zusammen zynisch, da sich die „Querdenker“ auf Artikel 5 des Grundgesetzes berufen und „Eine Zensur findet nicht statt.“ auf dieser „Erklärung“ stehen haben.

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